70 Jahre Kolping Schönsee – Kolping bleibt als Vorbild aktuell

21. September 2016

Mit einem Festgottesdienst feierte die Kolpingfamilie ihr 70-jähriges

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70 Jahre KF Schönsee – Festgottesdienst

Bestehen. Die Messe in der Pfarrkirche zelebrierten drei Geistliche, die alle in enger Verbindung zum Gesellenverein stehen. Den feierlichen Einzug der Fahnen, Kolpingbanner, Ministranten und Geistlichen in das Gotteshaus begleiteten Orgel- und Trompetenklänge. Zum Gottesdienst waren auch örtliche Vereinsabordnungen und Mitglieder des Kolpingwerks aus dem Bezirk Schwandorf gekommen. Den Altar zierte ein mit Blumen und Blättern gefertigtes Kolpingzeichen.

 

Jesus als Mittelpunkt.
Dem Anlass entsprechend, waren unter den Messdienern Kolpingmitglieder, dabei hatten sich auch ältere KF-Angehörige das liturgische Gewand wieder übergestreift. Zelebriert wurde der Gottesdienst durch Stadtpfarrer und Präses Wolfgang Dietz, Bezirkspräses Hannes Lorenz und BGR Josef Most, der von 1974 bis 1976 Präses in Schönsee war. Für Pfarrer Dietz war dieser Gottesdienst ein würdiger Anlass, das 70-jährige Bestehen zu begehen. Für Kolping sei Jesus Christus der Mittelpunkt des Lebens gewesen. In der Predigt skizzierte der Präses das Leben des Gesellenvaters. Sein Werk sei in einer Zeit des Umbruchs und vieler sozialen Krisen entstanden.
Anders als die kommunistischen Reformer Engels und Marx sei Kolping nicht den Weg der gewaltsamen Revolution und des Klassenkampfes, sondern den Weg der tatkräftigen Reformen und der inneren Erneuerung gegangen.
„Kolping hatte keine gewaltsamen Welteroberungs- und -verbesserungspläne, sondern wollte den jungen Menschen vor Ort erreichen und tatkräftig helfen.“ Dabei war ihm der christliche Glaube keine billige Vertröstung auf ein Jenseits oder ein Ersatz für das Erforschen der wirtschaftlichen Gegebenheiten, sondern fester Bezugspunkt für tatkräftiges, selbstloses Handeln nach dem Evangelium der Nächstenliebe gewesen. Glaube gebe nach wie vor den Impuls, aus der Vergangenheit zu lernen, sich in der Gegenwart zu bewähren und die Zukunft vertrauensvoll in Gottes Hand zu legen. Kolpings Haltung und Handeln sei noch heute aktuell und könne als Vorbild richtungsweisend für heute sein.

Kerzen für Verstorbene
In den Fürbitten wurde den innerhalb der vergangenen zehn Jahre verstorbenen Präsides Ludwig Pramps und Hans Buchner sowie der Mitglieder Karl Brenner, Johann Zwick, Josef Bronold und Richard Dietl gedacht. Für jeden wurde nach deren Namensnennung eine Kerze entzündet und von Kolpingkindern zum Altar gebracht.
Zum Schluss ertönte das gemeinsam gesungene Kolpinglied, bei dem sich die Mitglieder die Hände reichten. Präses Pfarrer Wolfgang Dietz dankte der Kolpingfamilie auch für ihren Einsatz bei verschiedensten Anlässen in der Pfarrei während des Kirchenjahres. Der Dank wurde von den Gottesdienstbesuchern mit Beifall quittiert.

 

 

 

Festabend im Centrum Bavaria Bohemia
Im Centrum Bavaria Bohemia folgte der unterhaltsame Teil des Gründungsjubiläums. Vorsitzender Hans Herrmann hieß die Ehrengäste, Vertreter der Vereine, der Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat und Kolpingfamilien aus dem Bezirk willkommen. Der Vorsitzende dankte Pfarrer Wolfgang Dietz, Bezirkspräses Hannes Lorenz, Pfarrer Erwin Bauer aus Eslarn und BGR Josef Most für den festlichen Gottesdienst.

 

Vielseitig engagiert

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Bild v.l. Pfr. Josef Most, Karl Rauch, Pfr. Hannes Lorenz, Vorstand Hans Hermann, Pfr. Wolfgang Dietz, BGM Birgit Höcherl, Ludwig Haindl

In ihrem Grußwort würdigte Bürgermeisterin und Kolpingmitglied Birgit Höcherl die Aktivität der KF in der Gemeinde. Ob Fronleichnam, Johannisfeuer, Bürgerfest, Herbergssuche, Ferienprogramm oder Theateraufführungen – die KF bringt sich vielfach ein. Sie erinnerte an das Kolpingwort: „Schön reden tut‘s nicht, die Tat ziert den Mann bzw. die Frau!“. Sie selber machte ihre ersten Schritte in die Öffentlichkeit über die Kolpingjugendarbeit als Gruppenleiterin.
Als Vertreter des Diözesanverbandes kam Diözesansekretär Ludwig Haindl nach Schönsee, den Bezirksverband vertrat Karl Rauch. Beide zollten der KF Schönsee Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit. Besonderer Dank galt dabei dem Vorsitzenden Hans Herrmann mit seiner Frau Marianne, aber auch der Vorstandschaft und den Mitgliedern. Sie wünschten sich, dass die Mitarbeit auch in der Zukunft erhalten bleibt. Es gilt die Ziele Kolpings für Gegenwart und Zukunft umzusetzen.

Musik und Kolping-Gstanzl
Alleinunterhalter „Fonse“ gab dann sein Bestes beim gemütlichen Teil des Jubiläums. Er stellte sein Können als Gstanzlsänger heraus und berichtete über so manch unbekannte Begebenheiten. Umsichtig sorgten im CeBB fleißige Helfer-innnen aus den Reihen der Kolpingfamilie dafür, dass weder Glas noch Teller leer blieben. Großes Lob an die Schönseer! Sowohl Festgottesdienst als auch weltliche Feier – es war eine gelungene Jubiläumsveranstaltung. (Und das, obwohl einige am frühen Morgen schon wieder nach München aufbrachen zur Teilnahme am Oktoberfestzug der Trachten- und Musikvereine.)