Bezirk Kelheim besuchte die Fa. Wittmann in Geisenhausen

31. Mai 2017

Bezirk Kelheim
Seit Jahrzehnten ist die Firma Wittmann Recycling aus Geisenhausen Abnehmer der Altkleidersammlung des Bezirks Kelheim.

Bei einer Betriebsbesichtigung konnten nun 77 Mitglieder, Interessantes über die Verwertung des Sammelgutes erfahren und einen Blick auf die Arbeitsabläufe werfen. Informationen aus erster Hand gab es von den Gesellschaftern Andreas und Martin Wittmann. Beide führten die Gäste über das Betriebsgelände und z\um neuen Verwaltungsgebäude bevor die Besichtigung mit einem Weißwurstfrühschoppen ausklang. So nebenbei erfuhren die Mitglieder, dass auch Gewerbeabfall, Sperrmüll, Folien, Akten, Sperrmüll, Bauschutt, Altmetall, Grüngut und Holzabfall gesammelt und daraus unter den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wieder wertvolle Rohstoffe werden.
Textilrecycling ist sozial ausgewogen, ökonomisch richtig und ökologisch notwendig. Die Sammlung von gebrauchten Textilien und deren Weiterverwendung sei daher sinnvoll. Für caritative Organisationen, Vereine ist die Sammlung zudem eine Einnahmequelle. Mit dem Textilrecycling wird aktiver Umweltschutz betrieben, Restmüll und die CO²- Belastung reduziert und es werden Ressourcen geschont. Zu den positiven Effekten zählen bezahlbare Bekleidung für Geringverdiener und Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Probleme in diesen Ländern würden nicht Altkleider sondern illegale Billigimporte aus Asien bedeuten. Niedrige Müllgebühren, Finanzmittel für Organisationen, Vereine und Verbände für ihre caritativen und sozialen Leistungen, sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, sind weitere positive Aspekte.

Bild: der BV Kelheim in Geisenhausen

 

 

Jährlich werden Millionen Euro an karitative/ soziale/ öffentliche Kooperationspartner ausgezahlt. Die Verwertungs- und Vermarktungswege sind transparent. Die Bezahlung marktgerechter Preise ist selbstverständlich. Die Abnehmer der Textilien sind spezialisierte Sortierbetriebe, mit denen langjährige Geschäftsbeziehungen bestehen. 52% der Kleidung kann wieder getragen werden und findet weltweit als Secondhand-Kleidung eine neuen Markt. 21% der Textilien werden zu Putzlappen umfunktioniert. Als Wolle und Dämmstoffe werden 17% wiederverwendet. 8% werden zur Energiegewinnung genutzt. 2% der Altkleider werden in einem Katastrophenlager für den Ernstfall aufbewahrt. Die Einhaltung jeglicher Importverbote und Zollvorschriften ist selbstverständlich. Der Fuhrpark besteht aus schadstoffarmen und sparsamen Fahrzeugen. Seit 2001 produziert die Fa. Wittmann Solar-Strom auf ihrem Betriebsgelände. Die Firma unterstützt alternative Beschäftigungsmodelle, beschäftigt u. a. Arbeitskräfte mit Behinderungen und Langzeitarbeitslose.

Kolping Regensburg sammelt seit 50 Jahren Altkleider und Schuhe. Der Erlös ist eine wichtige Stütze für die caritativ- soziale Arbeit vor Ort. Der Bezirk Kelheim macht traditionell zwei Straßensammlungen, im Frühjahr und Herbst. Die Firma Wittmann organisiert LKW und Container für die Verladung, stattet die Kolpingsfamilien mit Handzetteln, stabilen Plastiksäcken und Warnwesten aus. Kolpingsfamilien könnten aber auch über Containerware sammeln wenn der Stellplatz dafür bereit gestellt wird. Der Erlös wird fuer vielfaeltige soziale Zwecke verwendet, auch fuer eigene Aufgaben vor Ort z. B. fuer Familienwochenenden, die Jugendarbeit oder kommt der eigenen Pfarrei bei Baumaßnahmen oder auch einem Missionar zugute. Bezirksvorsitzender Josef Sander bedankte sich mit einem Geschenk aus der Heimat für die informative Fuehrung.