Duale Ausbildung in Brasilien gibt Jugendlichen Zukunft

15. Juni 2016

Kolping-Berufsbildungszentrum Marabá-Brasilien
Partnerdiözese Kolping Regensburg förderte Neuanschaffungen

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Abschlussklasse im Kolping-Zentrum Marabá

 

In der brasilianischen Stadt Marabá im Bundesstaat Para (Amazonasnähe) gibt es seit 1989 ein Kolping-Berufsbildungszentrum. Gegründet wurde es vom Präses der dortigen Kolpingsfamilie, einem Jesuitenpater.

 

Dort werden jedes Jahr ca. 800 Jugendliche aus den ärmeren Schichten in verschiedenen Berufszweigen nach dem dualen Ausbildungssystem ausgebildet, aber auch ganzheitlich gefördert. Integral dabei sind nämlich auch religiöse und soziale Bildung sowie gemeinschaftliche Freizeitaktivitäten. Die einzelnen Ausbildungskurse sind vom brasilianischen Arbeitsministerium zugelassen und registriert. Die Kurse werden außerdem jährlich zertifiziert. Die Ausbildungsplätze sind sehr begehrt, leider können nicht alle Interessenten aufgenommen werden.

 

 

Bild: fachtheoretischer Fachtheorie
Unterricht im Kolping-Zentrum

 

 

 

 

Seit Bestehen des Bildungszentrums wurden ca. 40.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren ausgebildet. Die meisten davon konnten in den Arbeitsmarkt mithilfe des Programms „erste Anstellung“ integriert werden. Aktuell warten etwa 500 Jugendliche auf eine freie Stelle im Kolping-Zentrum für die Grundausbildung und etwa 300 Jugendiche auf eine Berufs-Ausbildungsstelle. Ausgebildet wird u.a. in den Bereichen Verwaltung, Mechanik, EDV, Lagerhaltung, Elektrik.

Bedingt durch die Wirtschaftskrise in Brasilien hat das Zentrum wichtige Förderer aus der Privatwirtschaft verloren. Gleichzeitig waren wichtige Ersatz- und Neuanschaffungen für die Gebäude und Ausbildungswerkstätten notwendig.

Letzter Ausweg war dann ein Bittschreiben an die Kolping-Partnerdiözese Regensburg. Nach Vorstellung und Beratung des Projektantrags in Präsidium und Vorstand war dann schnell klar, dass man dieses wichtige Ausbildungszentrum für die gesamte Region Marabá nicht im Stich lassen wollte. Mit Erlösen aus den Altkleidersammlungen konnte man großzügig helfen und damit den Weiterbestand und die Zukunft des Zentrums sichern.  Jungen Menschen Heimat geben, Erziehung fördern, Berufsausbildung ermöglichen – Kolpings Ideen aus dem 19. Jh. leben auch im 21. Jh. weiter – und sind heute weltweit aktueller denn je.

 

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Bild: Jugendliche Auszubildende vor dem Kolping-Zentrum in Marabá, Pará-Brasilien