1.700 Jahre Martin von Tours – von Kaplanen und Kapellen

7. November 2016

Heuer feiert die Kirche den 1700. Geburtstag des Hl. Martin von Tours. ( geb. 316 n. Chr.  in Sabaria in der röm Provinz Noricum, heute Szombathely in Ungarn) geboren Er zählt zu den populärsten Heiligen der Kirche. Wir kennen diesen berühmten Heiligen, der übrigens auch in der orthodoxen, anglikanischen sowie der evangelischen Kirche verehrt wird, noch heute von vielen Bräuchen, ob Martinszug oder Martinsgans.

Der heilige Martin wurde vor 1700 Jahren als Sohn eines römischen Offiziers geboren und wurde am 11. November 397 in Tours (Frankreich) zu Grabe getragen. Schon früh kam er mit dem christlichen Glauben in Berührung und wollte ursprünglich kein Offizier der röm. Armee werden, was er aber nach den damaligen Bestimmungen des Kaisers musste. Im Rahmen des Militärdienstes kam er nach Frankreich.

Martin von Tours war der erste christliche Heilige der Antike, der nicht als Märtyrer, sondern als Bekenner verehrt wurde. Martin begründete die Klostertradition in Westeuropa. Im Jahre 375 errichtete er in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutier.

Er war der 4. Bischof der franz. Stadt Tours, obwohl er es vorgezogen hat als Einsiedler einfach und zurückgezogen zu leben. Angeblich versteckte er sich vor seiner Bischofswahl in einem Stall, wo ihn aber dann die Gänse verrieten. Die berühmteste Szene aus seinem Leben spielte sich aber in Amiens ab, wo er im Winter vor den Stadttoren einem frierenden Bettler begegnete und für ihn seinen Mantel teilte. Martin wirkte viele Wunder und wurde schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt. Nach seinem Tod wurde er von Chlodwig, dem Merowingerkönig zum Schutzheiligen Frankreichs ernannt.

Martins Mantel (lat. cappa) gehörte seit der Merowingerzeit zum Kronschatz der fränkischen Könige und reiste gleichsam als Zeugnis seiner Nächstenliebe und seines Bekennertums zu Christus mit dem fränkischen Hof von Aufenthaltsort zu Aufenthaltsort. Aufbewahrt wurde die Cappa, der Mantel,  oft in kleineren, als Kirchenraum dienenden Räumlichkeiten, die danach auch als Kapellen bezeichnet wurden. Die begleitenden Geistlichen, die Kapellane, nahmen, da sie lesen und schreiben konnten, neben ihren seelsorgerischen Pflichten auch das Amt der Hof- und Urkundenschreiber wahr. Daraus erklärt sich auch der Name Hofkapelle für die königliche Kanzlei des Frankenreiches. 

Sein Gedenktag ist der 11. November, der Tag seines Begräbnisses.