Tagung der Bezirksleitungen zum Thema „Asyl“: Kein Mensch ist illegal

4. November 2014

Bei der Tagung der Bezirksleitungen im Ferienhaus Lambach vom 14.-16. Nov. 2014 beschäftigten sich die rund 60 Delegierten mit dem aktuellen Thema „Asyl“.

Zunächst referierte Diözesanpräses Stefan Wissel über die Hintergründe der Konflikte im Nahen Osten, v.a. in Syrien.

Am Samstag informierte dann  Martin Schmitt von der Asylberatungsstelle der Caritas im Bistum Eichstätt über Recht und Praxis des Asylverfahrens in Deutschland. Der Referent informierte darüber, warum Menschen auf der Flucht sind und warum sie Asyl beantragen. Das Asylrecht geht v. a.  zurück auf Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO aus dem Jahr 1948 und der Genfer Flüchtlingskonvention. Hier spiegeln sich auch die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs wieder.  Seit den 90er Jahren verstärkt sich in der EU der Trend zu einer Harmonisierung des Asylrechts bis hin zum sog. Abkommen von Dublin (aktuell spricht man von Dublin III). Hier verpflichten sich die EU-Mitgliedsstaaten dazu, dass jeder Asylsuchende in dem Land Asyl beantragen muss, in dem er einreist. Eine gemeinsame Grenzschutztruppe Frontex versucht mit großem Aufwand eine illegale Einreise in die EU-Länder zu verhindern.  Vielfach geht es mehr um Abwehr, als um Schutz der Asylsuchenden. Angesichts der Krisenregionen in der Welt ist die Not aktuell groß. Viele Menschen suchen einfach Frieden und Sicherheit für sich und ihre Familien.  In diesem Jahr werden allein in Deutschland ca. 200.000 Asylsuchende erwartet, weit mehr als in allen anderen Staaten der EU. Sie kommen v.a. aus den Krisenstaaten Afrikas oder dem Nahen Osten wie Eritrea, Somalia bzw.  Syrien und Afghanistan. Zuständig für Asylverfahren und Hilfe sind bei uns insbesondere:
das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)  Asylverfahren

die Regierung der Bezirke:  Verteilung auf die Landkreise, Familienzusammenführungen

Landkreise und kreisfreie Städte: Unterbringung

das Ausländeramt:  Ausstellen der Aufenthaltstitel, Anordnung der Abschiebung

das Sozialamt:  Ausführung von Asylbewerberleistungsgesetz und Sachleistungsprinzip

die Wohlfahrtsverbände: Asylbetreuung in den Asylunterkünften bzw. Beratungsstellen

 

Diözesanpräses Wissel forderte dazu auf, trotz aller Probleme und Schwierigkeiten im Einzelfall, sich soweit als möglich um Menschen in Not unbürokratisch zu kümmern und Not zu lindern.  Es geht um Menschen und deren Schicksale. Hier ist Kirche und Kolping gefordert. „Kein Mensch ist illegal!“  Auch im Evangelium mahnt uns Christus: „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt. 25, 31-40)

(auf Download: PPP über Recht und Praxis des Asylverfahrens bzw. erhältlich über das Diözesanbüro)

Am Abend spielte das UE-Theater einstudierte Szenen aus Asyl-Verfahren nach, die zu lebhaften Diskussionen führten und auch zum Mitmachteather aufforderte.

Der Sonntag gehörte dann ganz den Informationen über bevorstehende Termine und Anliegen des Diözesanverbandes. Im Mittelpunkt stand natürlich der große Kolpingtag vom 18.-20. Sept. 2015 in Köln. Der Diözesanverband setzt dabei je 2 Busse ein für Jugendliche und Erwachsene. Darüberhinaus haben bereits einige Bezirkse selber Reisen nach Kön geplant und organisiert.