Feierlicher Gottesdienst mit Kardinal Woelki in Köln

15. Dezember 2015

Am 4. Dezember, dem Todestag Kolpings, feierte der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, ein Pontifikalamt in der Minoritenkirche. Gerade in der durch Terror und Gewalt verunsicherten heutigen Zeit sei Kolpings Vermächtnis wichtiger denn je, so Woelki in seiner Predigt.
Zum 150. Todestag hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Leben und Wirken des Priesters und Sozialreformers gewürdigt. Der von Christus inspirierte Kolping habe mit seinem Wirken der Welt ein menschliches Antlitz gegeben, sagte der Erzbischof. Woelki erinnerte daran, wie Kolping zu Zeiten der Industrialisierung auf die rücksichtlose Ausbeutung und Verelendung der
Menschen reagierte. In den von ihm initiierten Gesellenhäusern hätten junge Menschen nicht nur eine Herberge gefunden. Die Häuser seien auch eine Schule gewesen, in denen sich die Handwerker religiös, politisch und fachlich hätten bilden können. Der Protektor des Internationalen Kolpingwerkes rief dazu auf, wie Kolping Gott auch heute Mensch sein zu lassen und Notleidenden wie Flüchtlingen oder vernachlässigten Kindern zu helfen.
Als Kolping starb, zählte sein Gesellenverein 24.600 Mitglieder in 400 Ortsvereinen. Der 1935 in Kolpingwerk umbenannte Verband zählt weltweit rund 400.000 Mitglieder in rund 7.300 Kolpingsfamilien in 61 Ländern.

 

Vietnam
Beeindruckende Glaubenszeugnisse im Kommunismus
Tief beeindruckt zeigte sich Generalsekretär Dr. Markus Demele bei seinem Besuch in Vietnam Ende November. In den vergangenen 25 Jahren wurde mit bescheidenen Mitteln, aber mit sehr viel Glaubensfreude ein Verband aufgebaut, der Menschen Heimat im Glauben gibt.
Angesichts der kommunistischen Regierung suchen Christen in dem asiatischen Land Räume des Glaubens. Diese bieten ihnen die Kolpingsfamilien. Dort beten sie zusammen und dienen einander. Ähnlich den frühchristlichen Gemeinden stehen sich die Mitglieder in besonderer Weise in Not und Schicksalsschlägen bei. Sterben etwa Angehörige, so versammelt sich die ganze Kolpingsfamilie zum Gebet und unterstützt die trauernde Familie.
Da Vietnam noch immer ein von Armut gekennzeichnetes Land ist, wollen die Verantwortlichen in den 19 Diözesanverbänden künftig verstärkt soziale Projekte initiieren. Sie hoffen so nicht nur ihre Lebensbedingungen zu verbessern, sondern auch noch mehr Menschen zu zeigen, welche Kraft in der Kolpinggemeinschaft steckt. Knapp 7000 Kolpingmitglieder mitten im Kommunismus sind so ein lebendiges Zeugnis des Glaubens und Mutmacher für die Mitglieder in den anderen Ländern.

 

Brasilien
Die brasilianische Bundespost hat zu Ehren des vor 150 Jahren verstorbenen „Apostels der Jugend“ Adolph Kolping eine Sonderbriefmarke herausgegeben.
Als Motiv für die Sonderbriefmarke wurde ein Kirchenfenster der Pfarrei der deutschsprachigen Katholiken St. Bonifatius in São Paulo ausgesucht. Dargestellt sind Adolph Kolping und wandernde Kolpingmitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Kolping-Mitglied Lorenz Heilmair, Glaskünstler aus einer bayerischen Familie, der dieses Werk schuf, schmückte bereits mit seinen Glasfenstern mehr als 50 Kathedralen und große Kirchen Brasiliens, darunter auch die Kathedrale von Rio de Janeiro mit den vier großen Buntglasfenstern, die zur Zeit als die höchsten der Welt gelten. Auf diese Weise werden noch mehr Menschen in Brasilien Adolph Kolping kennen lernen. Einige Tausend Menschen folgen dort bereits seinen Spuren und engagieren sich für gerechtere Lebensbedingungen in dem riesigen Land.