Frieden aber wie?

Das Fest der Darstellung des Herrn zeigt uns im Winter einen ersten Hoffnungsschimmer vom Licht. Die Tage werden wieder länger, die Sonne lässt sich öfter blicken und auch die kälteste Zeit sollte überstanden sein. Die Kerzen, die wir segnen und entzünden erinnern uns daran. Im Evangelium von „Lichtmess“ wird Maria bestätigt, dass sie einen ganz Großen geboren hat. In diese Freude mischt sich aber auch gleich das Leid. „Ein Schwert wird dir durch die Seele dringen“. Sie kann die Idylle, den Sohn nicht festhalten. Er gibt sein Leben für Viele und ich glaube auch für Alle.

Die Konsequenz: Der Friede auf Erden. Keiner muss mehr vergelten, weil Gott allem, selbst dem Leid einen Beistand gibt und trotzdem Sinn verheißt. Frieden kennen wir in Europa nun seit vielen Jahren, abgesehen vom Jugoslawienkrieg. Wenn nun der Bundespräsident ruft, Deutschland solle seine Rolle in der Welt besser wahrnehmen, klingt dies aber – noch dazu von einem Theologen – nicht nach Frieden. Denn der weitere Einsatz der Bundeswehr für „humanitäre Einsätze“ ist damit gemeint. Deutschland hat aus dem Krieg gelernt und sich lange Zeit jeder militärischen Mithilfe bei „gut gemeintem“ Eingreifen entzogen. Keiner dieser Einsätze war fruchtbar: Irak ein Debakel, Afghanistan ist nach dem Teilabzug gefährlich und destabilisiert, Somalia kaputt und die Reihe wäre fortsetzbar. Wirkliche humanitäre Interessen, wie im Sudan oder in Zentralafrika werden vergessen.

Viele Bundeswehrsoldaten und ihre Angehörigen wurden mit Traumata alleingelassen. Posttraumatischer Stress hat den Krieg in die Familien zu uns mitgebracht. Christus hat immer den Frieden erklärt, konsequent, bis zum Tod am Kreuz. Keine Christ kann glauben, mit Gewalt lasse sich Frieden machen. Das Leid bleibt. Um helfen zu können bedarf es der Bildung der Bevölkerung und des Wissens, um die politischen und vor allem wirtschaftlichen Zusammenhänge. Dabei sind wir gebunden an unsere Werte. Wer sie verlässt, kann keine Freiheit, sondern nur neuen Zwang finden, wie wir das in Nordafrika nach den Revolutionen sehen. „Nichts ist der Freiheit radikaler entgegengesetzt, als die Ungebundenheit“ (Adolph Kolping). Wir sind gebunden an unsere christlichen Werte gebunden: „Selig die friedfertigen“. Also mit Bildung und tatkräftiger Nächstenliebe Wege zu finden, wie es das internationale Kolpingwerk versucht. So können wir diese Welt besser und nicht blutiger machen. Die Liebe Christsi kann uns nur zum friedlichen handeln drängen. Sonst folgen wir unseren eigenen Gesetzten des Egoismus. Denn „das Glück des Menschen liegt nicht in Geld und Gut, sondern in seinem Herzen“ (Adolph Kolping). Gott hat uns dieses wahre Glück verheißen, das uns echten Frieden schenkt, den Menschen und nicht das Materielle liebt.

Das ist ein Frieden, den wir im Namen von Vater Kolping weitergeben. Gott segne uns auf diesem Weg!

Euer Präses Stefan Wissel   

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