Internationale Nachrichten – März 2015

4. März 2015

TogoSchritt für Schritt zu 1.000 Mitgliedern

Immer mehr Menschen sind von der Kolpingarbeit in Togo begeistert. Knapp 800 Mitglieder wirken in 45 Kolpingsfamilien und schreiben das Erbe Adolph Kolpings in dem westafrikanischen Land fort. Von 1884 bis 1916 war das Gebiet Togos eine deutsche Kolonie. Geprägt wurde das Land fast 40 Jahre lang vom autokratisch regierenden Präsidenten Gnassingbé Eyadéma. Heute gehört Togo zu den wirtschaftlich schwächsten Ländern der Erde.  Auch in Togo lehren die Nöte der Zeit die Kolping-gemeinschaft, was zu tun ist. Daher finden Kurse zur Katholischen Soziallehre und Familienbildung statt. Darum werden Tierzuchtkredite vergeben und Kurse zur Herstellung von Bio-Kompost durch-geführt. Die Mitglieder helfen und unterstützen einander. Sie sind füreinander und für andere da. Auf diesem Weg werden bald mehr als 1.000 Kolpingschwestern und Kolpingbrüder in Togo vereint sein.

 

Honduras – Fairer Kaffee dank Kolping

Die Kolpingsfamilie Nuevo Amanecer besteht überwiegend aus jungen Männern, die bereits seit vielen Jahren bei Kolping aktiv sind. Einige engagieren sich sogar im Nationalvorstand.  Als sie Kolping beigetreten sind, waren sie noch Tagelöhner auf der Kaffeefinca eines Großgrundbesitzers. Dank der Kolping-Bildungsarbeit haben sie sich zusammengeschlossen und zunächst aus eigenen Erspar-nissen ein Grundstück gekauft, um dort selbst Kaffee anzubauen. Später erhielten sie einen Kolping-Kleinkredit, um ein weiteres Grundstück zu kaufen, da ihnen der Zugang zu ihrem ersten Grundstück durch einen Konflikt mit dem Großgrundbesitzer verwehrt war. Heute verfügen sie über ca. 70 ha, von denen sie bisher ca. 12 ha bewirtschaften. Ihre aktuelle Kaffeeernte von 3,5 ha wird rund 15 Tonnen entsprechen. Gemeinsam mit den Mitgliedern, dem Team von Kolping Honduras, deutschen Kolping-Partnern wird derzeit erörtert, ob bereits in diesem Jahr eine Exportmöglichkeit nach Deutschland für einen neuen Kolping-Kaffee besteht. Schwierig ist bisher auch noch der Zugang, es gibt keine Straße und die Finca kann bisher nur über einen steilen Pfad durch die Kaffeepflanzungen erreicht werden. Die Gruppe sucht jedoch bereits nach Möglichkeiten den Zugang zu verbessern und hat einen Antrag zum Straßenbau gestellt sowie Mittel gesammelt, um einen Eigenbeitrag zu zahlen.

 

Südkorea – Traditionsverband in Asien

Kolping in Südkorea ist ein kleiner Verband mit Tradition. Seit 1993 gibt es Kolpingsfamilien. Diese verstehen sich in erster Linie als Hauskreise, in denen gemeinsam gelebt und gebetet wird. Sie sind Gruppen wechselseitiger Unterstützung. Zwar liegt der Anteil der Christen in Korea bei mittlerweile rund 30 Prozent. Dennoch ist man als Katholik Teil einer Minderheit und auf die Gemeinschaft angewiesen. Bei ihrem Besuch in Köln berichteten Paul Lee und Gregory Sang-Rak Baek von den Aktivitäten der Mitglieder. Gebet und Tüchtigkeit sind für die Koreaner heute ebenso wichtig wie zu Kolpings Zeiten, so die Überzeugung der beiden Vorstandsmitglieder. Angesichts immer stärker werdender Tendenzen von Individualisierung und Dominanz des Marktes auch über das Privatleben der Menschen, wollen sie mit Kolping sinnstiftende und vom Glauben geprägte Alternativen anbieten. Und dies seit nunmehr über 20 Jahren

 

Polen – Beratungen in sozialen Nöten

Bücher müsste man füllen mit Projekten und Aktivitäten die Kolping Polen in den letzten Jahren durchgeführt haben. Dabei wird immer darauf geachtet, dass die Aktionen möglichst auch zum Wachstum des Verbandes beitragen. Ein besonderer Service für die Menschen in Polen sind die Rechtsberatungen für Menschen in Not. Allein im Jahr 2013 wurden über 7.000 Beratungen durchgeführt. Hinzu kamen über 6.000 Bürgerinformationsgespräche. An 37 Orten wurden mobile Beratungstage durchgeführt, um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich über ihre Rechte gegenüber Behörden zu informieren. Gerade für Menschen, die sich keinen Anwalt leistenkönnen, sind die Beratungen des Kolpingwerkes in Polen die einzige Chance, mehr über ihre Rechte zu erfahren. Hier wurden die Nöte der Zeit erkannt – und gehandelt!