KF Friedenfels – Leben sinnvoll gestalten

11. Juni 2012

Zu einem Familienbildungswochenende im Ferienhaus Lambach hatten Pfarrei, Kolpingsfamilie und Mütterverein Friedenfels in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung eingeladen. 28 Erwachsene und 26 Kinder folgten der Einladung. Als Referent konnte Pfarrer i.R. Klaus Stock gewonnen werden.

In drei Impulsreferaten wurde das Thema „Sein Leben sinnvoll gestalten – Umgang mit Verlusterfahrungen in Familien“ aufbereitet. Während der Referate für die Erwachsenen, Jugendlichen und größeren Kinder wurde für die „Kleinen“ eine Kinderbetreuung angeboten und am freien Samstagnachmittag unternahmen die Familien Ausflüge in die Umgebung.

Im ersten Vortrag ging es um die verschiedenen Verlusterfahrungen, die einem im Leben zu-gemutet werden: Abschiede (Kinder gehen aus dem Haus), Trennungen, unerfüllte oder unerfüllbare Wünsche, Erlebnisse der eigenen Unfähigkeit, Misserfolge, Krankheiten, auch Sterben und Tod sind Belastungen, die sich auf den ganzen Menschen auswirken, auf Körper, Geist und Seele. Deshalb sind angeborene und erworbene Fähigkeiten, mit Belastungen umzugehen, weiter zu entwickeln, vor allem in einer Kultur der „Beziehung zu sich selbst“ und der „Beziehung zu den Mitmenschen“.
Der gute Umgang mit sich selbst – „Wenn es mir gut geht, geht es auch den anderen gut“ – wurde im zweiten Teil ausführlich betrachtet. In der Frömmigkeitserziehung ist diese notwendige Achtsamkeit gegenüber sich selbst manchmal zu Unrecht als Egoismus verstanden worden. Hingegen finden sich auch in der Hl. Schrift Hinweise für eine gesunde Selbstsorge: „Bei all deinem Tun achte auf dich selbst“, heißt es z.B. im Buch Jesus Sirach (Sir 32,23). Die Annahme der eigenen Grenzen und die Bereitschaft, auch einmal eine andere Meinung gelten zu lassen, sei für ein gutes Miteinander unverzichtbar. Den sog. „Goldenen Mittelweg“ könne man nicht dadurch finden, dass man das Steuerruder seines Lebens unbewegt und krampfhaft nur in Richtung des Zieles festhält. So wie der Kapitän eines Bootes das Steuerruder einmal mehr nach rechts, dann wieder mehr nach links dreht und sozusagen den richtigen Mittelweg ständig herausfindet, so sollte man sich auch vor extremen Einstellungen und Verhaltensweisen hüten und notfalls dagegen steuern.
Insgesamt sei eine positive Einstellung zu allem was geschieht, in jedem Fall hilfreich. Denn nicht die Tatsachen als solche sind es, die belasten, sondern die Bedeutung, die man den Tatsachen gibt. Eckhart von Hirschhausens Spruch „Ob mir die schwarze Katze, die mir über den Weg läuft, Unheil bringt, liegt daran, ob ich ein Mensch oder eine Maus bin“, sorgte denn auch für eine fröhliche Akzeptanz bei den Zuhörern.

Im dritten Teil ging es um die theologische Grundlegung einer Lebenskunst. Den richtigen Weg finden könne man immer noch am besten im Blick auf Jesus Christus, der von sich gesagt hat, er sei der Weg, die Wahrheit und das Leben. Mit einem Gottesdienst, den die Jugendlichen und Kinder mitgestalten durften und einer ermutigenden Predigt von Pfr. Stock endete die Bildungsfreizeit.

Die Teilnehmer waren beindruckt und begeistert und dankten dem Vorsitzenden der Kolpingsfamilie Reiner Gärtner und Pfarrer Klaus Stock für die Organisation und Gestaltung sowie dem Hausleiter Klaus Butz und seinem Team für die hervorragende Betreuung und Verpflegung.