Zur kirchlichen Diskussion um Ehe und Lebenspartnerschaft

23. April 2015

Stellungnahme des Kolpingwerkes Deutschland zur aktuellen kirchlichen Diskussion um Ehe und Lebenspartnerschafthelfen

Der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland erklärt:

Die von der Vollversammlung des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) am 9. Mai 2015 einstimmig verabschiedete Erklärung „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“ hat zu einer heftigen Diskussion innerhalb der Kirche geführt. Dabei wurde vor allem kritisiert, dass eine ‚Weiterentwicklung von liturgischen Formen, insbesondere Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, neuer

Partnerschaften Geschiedener und für wichtige Weichenstellungen im Familienleben‘ angeregt wird. Diese Äußerungen sind jedoch im Kontext der gesamten Erklärung zu sehen. Wer Brücken zwischen Lehre und Lebenswelt bauen will, wendet sich gerade nicht von dieser Lehre ab, sondern wendet sich ihr zu.

Die Erklärung betont ausdrücklich: „In der sakramentalen Ehe als Modell für eine lebenslange Bindung sehen wir eine Verheißung für ein gelingendes Leben mit Gottes Hilfe. Wir bekennen uns zu diesem Lebensmodell und ermutigen Paare zum Eheversprechen und zur Gründung einer Familie. Zugleich achten wir die Lebensgemeinschaften, in denen für uns wichtige Werte verwirklicht werden: verlässliche Verantwortung füreinander, Treue in der Beziehung, Weggemeinschaft in Verbindlichkeit.“

Das Kolpingwerk unterstreicht die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau als hohes Gut und begrüßt, dass in der Erklärung die sakramentale Ehe als Modell für eine lebenslange Bindung hervorgehoben wird.

Wichtig wird in Zukunft sein, wie die kirchliche Lehre im Dialog mit den

Gläubigen unter Einbeziehung ihrer jeweiligen Lebenswelt weiterentwickelt werden kann. Hier wird mit Spannung erwartet, welche Signale die Familiensynode im Oktober 2015 aussenden wird. Kirche und Verbände bleiben beauftragt, sich auf die Gesellschaft mit ihren vielfältigen Lebensformen einzulassen und Brücken zu bauen.

15.06.2015


Pressemeldung:

Erklärung Kolpingwerk Landesverband Bayern zu Ehe und Familie

 

Für Kolping in Bayern ist die Ehe mehr als ein rein juristischer Sammelbegriff!
Die verwendete Überschrift „Ehe für alle“ zum Entschluss des Bundesrates fordert nach Auffassung des Vorstands des Kolpingwerkes in Bayern geradezu zum Widerspruch heraus.

„Hier wird eine Definition der Ehe zugrunde gelegt, die weit über das Ziel einer juristischen Gleichstellung des Zusammenlebens gleichgeschlechtlicher Partnerschaften hinausschießt“, so Erwin Fath, der stellvertretende Landesvorsitzende des Kolpingwerkes.
Die Ehe stellt im Wertecanon des christlichen Leitbildes eine Lebensgemeinschaft von Mann und Frau dar und sollte in seiner gewachsenen Bedeutung unangetastet bleiben. Selbstverständlich muss das Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Partner und Partnerinnen ebenfalls unter den staatlichen Schutz gestellt werden können.
Doch Gleichstellung hat nichts mit vordergründiger Gleichmacherei zu tun!

Das Kolpingwerk in Bayern mit seinen 66.500 Mitgliedern in 584 Kolpingsfamilien fordert diesbezüglich zum heftigen Widerspruch auf und kündigt in diesem Zusammenhang an, gesellschaftspolitischen Widerstand zu leisten.   

23. Juni 2016


 

Stellungnahme des Kolpingwerkes Landesverband Bayern zur Diskussion um Ehe und Familie:

 

Ehe und Familie – Garanten für unsere Gesellschaft!

„Wir verstehen uns als Anwalt für Familie.“ Getreu dem Leitbild des Kolpingwerkes Deutschland nimmt das Kolpingwerk Bayern Stellung zu der aktuellen Diskussion zum Thema „Ehe für alle“.
Wir sprechen uns deutlich dagegen aus, die eindeutige Definition der Ehe, und in diesem Zusammenhang auch der Familie, still und leise in einen Sammelbegriff für Formen des Zusammenlebens aller Art umzuwandeln. Für uns ist Ehe eben kein Sammelbegriff, sondern beschreibt vielmehr ein Sakrament, eine Norm, die nicht zur Disposition stehen kann und darf. Selbstverständlich haben andere Lebensweisen in unserer Gesellschaft, frei von allen Benachteiligungen und Diskriminierungen, Platz.
Die Ehe, im Wertecanon des christlichen Leitbildes, stellt eine Lebensgemeinschaft von Mann und Frau dar. Das Kolpingwerk Bayern sieht in Ehe und Familie, bei aller Kenntnis um die veränderten Lebensformen unserer sich wandelnden Zeit, einen Garanten für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Deshalb werden wir allen Bestrebungen, Ehe und Familie in ihrer Wertigkeit zu unterwandern und die eigentliche Norm infrage zu stellen oder gar lächerlich zu machen, Widerstand leisten.
Die derzeitige politische Diskussion kann und darf nicht nur unter juristischen Vorzeichen geführt werden. Vielmehr muss der ethisch-moralische Aspekt stärker betont werden. Deshalb rufen wir alle engagierten Christen auf, ihre Stimme in dieser Diskussion zu erheben. „Laissez-Faire“ darf nicht an die Stelle von Toleranz treten, denn Gleichgültigkeit und gleiche Gültigkeit sind eben doch zwei Begriffe, die sich nicht nur in der Rechtschreibung unterschieden! Deshalb müssen Christen ihre Stimme erheben!
Für das Kolpingwerk Bayern ist es selbstverständlich, dass zur Individualität des Menschen auch unterschiedliche sexuelle Ausprägungen gehören. Das Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Partner und Partnerinnen unterliegt deshalb ebenfalls dem staatlichen Schutz. Nachteile und Diskriminierung von Menschen aufgrund deren sexueller Ausprägung und Lebensweisen haben in unserer Gesellschaft keinen Platz und sind jederzeit zu verurteilen.
Nach unserem, christlich geprägten, Leitbild ist die Ehe die auf Dauer angelegte, freiwillig eingegangene, in gesetzlicher Form geschlossene, durch wechselseitige Pflichten und Rechte geprägte, Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. Diesen Wert gilt es, dauerhaft zum Wohle unserer Gesellschaft zu erhalten.
Dabei denken wir auch an Adolph Kolping, den großen Sozialreformer des 19. Jh´s und Gründer unseres Werkes, der sagte: „Dass Gott Mann und Frau zu Vater und Mutter einsetzt, verleiht ihnen im Bereich des Menschlichen die höchste Würde und Gewalt, die nur denkbar ist.“

Für das Kolpingwerk Landesverband Bayern –  Landesvorstand

Erwin Fath, stellv. Landesvorsitzender

30. Juni 2015


 

Alois Glück zur Debatte um eine Öffnung der Ehe

Zu der Debatte um das Referendum in Irland erklärt der Präsident des

Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück:Glück alois

„Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat in seiner jüngsten Erklärung aus Anlass der Familiensynode die anhaltende Bedeutung und den besonderen Stellenwert der Ehe bekräftigt. Zugleich hat es sich dafür ausgesprochen anzuerkennen, dass auch in Lebenspartnerschaften Werte wie in einer Ehe verwirklicht werden, auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.

In der Stellungnahme des ZdK zur ersten Umfrage anlässlich der Familiensynode in Rom wurde darüber hinaus darauf verwiesen, dass dies aber nicht eine Gleichsetzung von Ehe und Lebenspartnerschaft und eine Öffnung des Rechtsinstituts Ehe für gleich-

Kolpingfamilie

geschlechtliche Partnerschaften bedeute. Dann würde verkannt, dass es mindestens den einen fundamentalen Unterschied gebe: nur die Verbindung von Mann und Frau habe aus sich heraus generatives Potenzial.

 

Ich selbst habe in der Vergangenheit wiederholt betont, dass ich in der gegenwärtigen Regelung in Deutschland keine Diskriminierung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften sehe. Die notwendigen, der wechselseitig wahrgenommenen Verantwortung und Unterstützung der Partner entsprechenden rechtlichen Regelungen sind nach meiner Überzeugung in der jetzigen Gesetzeslage gegeben. Die Ehe zwischen Mann und Frau aber hat im Hinblick auf Kinder als die Zukunft unserer Gesellschaft unbestreitbar eine besondere Bedeutung. Dies festzustellen ist keine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften.“