Kolping Bodenmais: Johannisfeuer über dem Silberberg

7. Juli 2017

Seit dem Jahre 1959 wird von Mitgliedern der Kolpingsfamilie auf dem Gipfel des Silberberges das Johannisfeuer abgebrannt. Heuer musste die für den 23. Juni geplante Feier wegen der großen Waldbrandgefahr abgesagt werden. Am Mittwochabend darauf war es aber dann soweit. Vorsitzender Franz Josef Weikl konnte über 150 Besucher auf dem Gipfelplateau begrüßen, besonders Pfarrer und Präses Alexander Kohl.

 

Es war ein wunderschöner Abend. Die Sonne ging  als glutroter Feuerball hinter den Bayerwaldbergen unter und über dem beleuchteten Gipfelkreuz  stand der Mond. Vorsitzender Weikl bedankte sich bei den zahlreichen Helfern für das Sammeln und Aufstellen des Holzstoßes, bei den Bergwerksbetreibern für die Großzügigkeit und bei den Bayerischen Staatsforsten für die Bereitstellung des Abfallholzes.

Präses Alexander Kohl sprach meditative Gedanken über das Johannisfest und trug Fürbitten vor. Die Bläsergruppe mit  Franz Josef Weikl, Hans und Gernot Andres intonierten besinnliche Weisen. Präses Kohl segnete das an einer Fackel entzündete Feuer und Martin Wolf steckte dann den Holzstoß in Brand. Die Flammen loderten schnell auf und tauchten die Besucher zwischen und auf den Felsen in mystisches Licht. Die von der BTM gestifteten Fackeln wurden dann entzündet und die Leute zogen damit zur Mittelstation, wo in der „Bergmannsschänke“ eingekehrt wurde.

 

Johannesfeuer-Brauchtum und Kirchenjahr

In den meisten katholischen Gemeinden werden zur Sommersonnenwende die sog. Johanni-Feuer entzündet. Der Tag der Sommersonnenwende wurde bereits in heidnischer Zeit mit Feuern und Ritualen gefeiert. Nach der Christianisierung wurde daraus das Johanni-Feuer. Dieser längste Tag im Jahr hat im Kirchenjahr einen Bezug zum kürzesten Tag im Kalender, dem Weihnachtsfest, also dem Geburtsfest Christi:  Man bezog sich auf den Ausspruch Johannes des Täufers in Hinblick auf den Messias, dem er vorausging: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ (Joh 3,30) Diese Aussage spiegelt sich also im Kalender wieder: vom Johannistag an werden die Tage kürzer, ab dem Weihnachtstag wieder länger.