Kolping Riedenburg spendete für Indien

4. Mai 2017

KF Riedenburg
Kolpingsfamilie und Frauenbund luden zu einem interessanten Vortrag: „Indien und das Projekt BASE“ ( Basic Aid for Schoolchildren‘s Education“ = Grundhilfe für Schulkinder), von Pfarrvikar und Präses Xavier Raj Chinappan ein. Über 40 Zuhörer bekamen einen Überblick über Tamil Nadu, eines der 28 Bundesländer Indiens, erste Pfarrstelle des Präses im Bistum Vellore.

„Ich bin in einer kath. Familie als 8. Kind geboren. Der Glaube und das Kastensystem sind in Indien stark verwurzelt. Hinduisten glauben an die Wiedergeburt. Durch die Einhaltung der Regeln erhofft man sich eine bessere Stellung im nächsten Leben, das heißt eine Wiedergeburt in einer höheren Kaste. Das Kastensystem unterteilt die Hinduisten in verschiedene autonome Gruppen, denen man von Geburt an angehört. Das von den „Ariern“ eingeführte System besteht im Wesentlichen aus vier Kasten. Die oberste sind Brahmanen: Priester und Lehrer der hl. Schriften. Darunter die Kshatryas: Angehörige des Militärs und der Beamten. Dann kommen die Vaishyas: Kaufleute, niedere Beamte und Landbesitzer. Die Kaste der Shudras sind Diener und Arbeiter. Am untersten Ende stehen die Ausgestoßenen („Unberührbaren“). Sie fallen ganz aus dem Gesellschaftssystem heraus. Die Ausgestoßene heißen selbst die Dalitis, das heißt, die „Gebrochenen“. Sie gehören keiner Kaste an, haben darum keine sozialen und religiösen Privilegien!“

Dann erzählte Pfarrvikar Xavier von seinem eigenen Projekt: „Ich helfe Schulkindern aus meiner Heimatpfarrei Madurampattu und von der Pfarrei Pulavanbadi, wo ich als Pfarrer tätig war. Diese zwei Dörfer liegen in Südindien, das Bundesland heißt Tamilnadu. Die Kinder dort sind sehr arm, einige sind Halbwaisen. Manche wohnen im Internat, andere gehen als Externe nur zur Schule ins Heim. Es kostet für ein Kind 240 Euro im Jahr. Von diesem Projekt bekommen sie einmal im Jahr neue Kleidung, ein Teil wird von der Schule bezahlt. Ich möchte diesen Dalit-Kindern eine gute Schulbildung, gesundes Essen, medizinische Versorgung und angemessene Kleidung ermöglichen, um ihre Lebens-bedingungen nachhaltig zu verbessern. Ich habe drei Frauengruppen gegründet, sie haben begonnen 15 Kühe zu kaufen, um Milch zu bekommen. Ich mache diese Projekte nun seit fünf Jahren!“

Der Präses bat um Übernahme einer Patenschaft oder um eine Spende für die Kinder in seiner Heimat. „Da ich selbst ein Dalit bin, kenne ich die soziale Diskriminierung in Indien aus eigener Erfahrung“, so der Pfarrvikar. Als Dankeschön für den Vortrag spendeten die Zuhörer spontan 500,- Euro. Für sein 10 –jähriges Pfarrjubiläum übergab Gabi Kießwetter eine Kerze, die Luzia Meixner gefertigt hatte.

 

Bild: Otto Alz (l.) und Ingrid Dräger (r.) übergaben an Präses Xavier eine Spende von 500 Euro, das Geld stammt von den Kleidersammlungen. Gabriele Kießwetter, Vorsitzende des Frauenbundes, übergab eine Spende an die Frauengruppen in Indien und eine Kerze zum Priesterjubiläum.