Kolping und KAB feierten zweiten gemeinsamen Josefstag

21. März 2016

„Ihr seid das Salz der Erde“ – „Den Himmel offen halten!“

Vor dem Dom standen am Vorabend des Josefsfestes  die Bannerabordnungen von Kolping und KAB – ein Anblick, der viele Passanten verwundert wahrnahmen. „Was ist da heute im Dom?“, war zu hören.  Einen Tag vor dem Hochfest des Heiligen Josef feierte Bischof Rudolf  mit den Mitgliedern der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und des Kolpingwerkes im Dom eine Pontifikalvesper. Der Heilige Josef ist der Patron der Arbeiter und für die beiden Sozialverbände von zentraler Bedeutung. Und diesen Josefitag – früher ein Feiertag in Bayern – wollen die beiden Sozialverbände wieder mehr ins Bewusstsein bringen.Bannerzug-HP-1

Es war noch kalt im Dom, trotz  frühlingshafter Temperaturen draußen. Dennoch kamen zahlreiche  Mitglieder, um mit Bischof Rudolf den Gottesdienst zu feiern. Der Bischof gratulierte zuerst allen „Josefs“ schon vorab zum Namenstag und sprach seine Freude darüber aus, dass als zentrales Thema für den Gottesdiensteine das Matthäusevangelium ausgewählt wurde: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Jesus, so der Bischof, sage damit, dass wir nicht für uns selbst da seien, sondern für andere. Bischof Rudolf sprach in diesem Fall Martin Luther Recht zu: „Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit soll man dann salzen? Salz ist nicht zu ersetzen.“ So seien auch die Christen nicht zu ersetzen.

Aber worin sind sie nicht zu ersetzen? „Was ist der Dienst, den man uns nicht abnehmen kann?“ Bischof Voderholzer führte verschiedene Beispiele auf: Schulen, Krankenhäuser, caritative Bereiche: überall dort seien Christen aktiv – aber nicht unersetzbar. Ebenso Kultur und Musik: Es würde schon etwas fehlen. Als Christen sollen wir Zeugnis für Christus ablegen und den Blick für den Himmel offen halten: „Unser Leben hat ein Ziel, es gibt Trost für uns Menschen, Gott geht mit uns den Weg!“

Bischof Voderholzer gab zum Abschluss in der Vesper schon einen Ausblick auf das Thema des weiteren Abends: Die katholische Soziallehre. Die sieben Prinzipien der katholischen Soziallehre wurden dann beim anschließenden Festakt im Kolpinghaus vorgestellt. Zur Einstimmung und zwischen den Vorträgen gab es Musik von der Band „Musica e Vita“ unter der Leitung von Jürgen Zach. Kolpingpräses Stefan Wissel und Präses Thomas Schmid begrüßten die Anwesenden. Zusammen wurde ein Gebet für den kürzlich verstorbenen Kolping-Diözesanvorsitzenden Heinz Süss gesprochen.

Bischof Rudolf richtete auch hier noch einmal ein kurzes Grußwort an alle, bevor die Bischof-HPVeranstalter ins Programm des Abends eingestiegen. Aus Anlass des Jubiläums „125 Jahre Katholische Soziallehre“ standen die sieben Grundprinzipien der katholischen Soziallehre im Mittelpunkt des Abends. Deren Bedeutung fasste Bischof Rudolf zusammen: „ Es sind tragfähige Fundamente unseres Zusammenlebens. Ich freue mich sehr, dass wir heute durch die Reihen der Enzykliken geführt werden.“

 Mit Texten, Bildern und beispielhaften Aktionen wurden dann die Grundprinzipien der Kath. Sozallehre Personalität, Solidarität, Subsidiarität, soziale Gerechtigkeit, Option für die Armen, NachhaltigkeitSyrer--HP-2 und Gemeinwohl erklärt und umgesetzt. Besonder beeindruckend war der Bericht einer syrischen Familie, die in Furth im Wald betreut und begleitet wird: „In unserer geliebten Heimat nahm man uns Würde und Sicherheit, mit schwerem Herzen verließen wir mit 3 Kleinkindern Syrien. Unsere Angst vor der Flucht war nicht so groß wie die Angst vor Krieg. In Libyen hatten wir keine Rechte. Wir flohen weiter nach Italien und kamen schließlich nach Deutschland. Hier wurden wir wieder zu Menschen, man nahm uns bei der Hand und begleitete uns. Dank an die Familie hier, die uns geholfen hat!“