Neujahrsempfang im Kolpinghaus mit Handwerkskammerpräsident

22. Januar 2018

Neujahrsempfang des Kolping-Bezirks Regensburg:
Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber referierte beim Neujahrsempfang des Kolping-Bezirks Regensburg. „Handwerk – die Wirtschaftsmacht von nebenan.“
Megathema Digitalisierung – Handwerk und Kolping traditionell eng verbunden.

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Bild: Kolping-Bezirksvorsitzender Herbert Lorenz bedankt sich bei HWK-Präsident Dr. Georg Haber für den informativen Vortrag

 

 

 

Auf die aktuelle Situation und die Herausforderungen des Handwerks wie auch auf Gemeinsamkeiten von Kolping und Handwerk ging Festredner Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz, beim Neujahrsempfang des Kolping-Bezirksverbandes Regensburg ein. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Blaskapelle Tegernheim. Im Kolpinghaus konnte Bezirksvorsitzender Herbert Lorenz viele Mitglieder sowie Vertreter aus dem Handwerk und der Kommunalpolitik willkommen heißen. Im Rückblick auf das Jahr 2017 streifte er die Vorgänge um Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, wobei der Kolpingvorsitzende der Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer vor allem „Kraft und Gesundheit“ für ihr Amt wünschte, das sie aktuell als einzige Bürgermeisterin von Regensburg ausfüllen muss. Die Tatsache, dass es noch immer keine Bundesregierung gibt, kritisierte Lorenz ebenso wie den Aspekt, dass zwar an Weihnachten in Deutschland jeder Fünfte in die Kirche geht, während des Jahres aber die Gottesdienstbesuche zu wünschen übrig lassen.
Seinen Festvortrag „Die mittelständischen Unternehmen – das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ bezog Dr. Georg Haber vor allem auf das Handwerk. Ist er doch am besten über die mehr als 37.000 Betriebe in Ostbayern informiert, die einen Netto-Umsatz von ca. 27 Mrd. Euro erwirtschaften. Auch weitere Aspekte des Handwerks nannte Haber: die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, Schaffung ortsnaher Arbeitsplätze und damit von Berufsperspektiven für junge Menschen, Führung der Handwerksbetriebe durch Inhaber – und somit persönliche Bezüge des Meisters zu den Mitarbeitern sowie deren Familien wie auch zu den Kunden. Dazu gehöre, so der Festreferent, auch das Denken in Generationen, nicht nur in Quartalen wie bei den großen Konzernen.
Besonders hob Haber die duale Berufsausbildung hervor „um die uns die ganze Welt beneidet“, Hier bringen sich die Handwerksbetriebe stark ein, Hier lernen die jugendlichen Lehrlinge neben fachlichen Inhalten in einer prägenden Lebensphase auch wichtige soziale und menschliche Fähigkeiten. Der Festredner nannte auch den Einsatz des Handwerks für Benachteiligte – aktuell die Ausbildung junger Flüchtlinge mit bereits rund 500 Ausbildungsverträgen im Kammerbezirk.
Sorge bereiten natürlich derzeit die über 900 unbesetzten Lehrstellen im Kammerbezirk. Das absolute Megathema für ihn ist jedoch die Digitalisierung mit all ihren Facetten. „Ohne Digitalisierung wird es in Zukunft nicht mehr gehen“, stellte Haber mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit, die Erschließung neuer Märkte und die Steigerung von Effizienz bzw. der Herstellung günstigerer und qualitativ hochwertiger Produkte fest. Seine Handwerkskammer begegne dem mit einem neuen Digitalisierungszentrum in Schwandorf-Charlottenhof, das in den nächsten zwei Jahren in Betrieb gehen soll.

Am Ende ging Haber auch ausführlich auf die langjährige gemeinsame Tradition von Kolping und Handwerk ein. Nicht umsosnt ging Adolph Kolping aufgrund seiner Verdienst als „Gesellenvater“ in die Geschichte ein. Seither sind Kolping und Handwerk immer wieder eng verbunden. „Beide haben sich auf die Fahne geschrieben, unsere Gesellschaft zu stützen und auch Menschen in schwierigen Lebensumständen Halt zu geben. Er verwies auf die Sorge des Handwerksmeisters um seine Mitarbeiter und erinnerte an den Einsatz Adolph Kolpings für das Wohl der Handwerksgesellen im 19. Jahrhundert. „Auch die Bildungsidee Kolpings ist eine gesamtmenschliche, eine Persönlichkeitsbildung auf der Basis religiös-weltanschaulicher Überzeugung“, vertiefte Haber dieses wertorientierte Handeln, wofür heute das Kolpingwerk und die Kolpingfamilien stehen.