Schutz des Lebens nicht in Frage stellen

3. Dezember 2012

„Ein deutliches Wort aus dem Deutschen Caritasverband, dessen Mitarbeitende täglich Menschen in persönlichen Notsituationen begegnen. Es ist an der Zeit, dass der Politik die Grenzen aufgezeigt werden, wenn es darum geht, den Schutz des Lebens in Frage zu stellen.“ Mit diesen Worten unterstützt die stellvertretende Bundesvorsitzende, Barbara Breher, die Einschätzung des Caritas-Präsidenten Peter Neher anlässlich der Ersten Lesung des Bundestags zum Gesetzesentwurf zur Neuregelung der Sterbehilfe. „Bereits zu Beginn der Debatte hat auch das Kolpingwerk Deutschland mehrfach darauf hingewiesen, dass die geplante Gesetzgebung zur Sterbehilfe mit der Unverfügbarkeit menschlichen Lebens – als einem hohen und unverbrüchlichen ethischen Wert – nicht in Einklang zu bringen ist“, ergänzt Breher.

Die Beschränkung der Strafbarkeit auf die gewerbsmäßige Hilfe zur Selbsttötung führe nicht nur dazu, dass alle anderen Hilfen zur Selbsttötung immer mehr als normal angesehen würden. Sie öffne auch Tür und Tor für so genannte Sterbehilfevereine. Kolpingwerk und Caritas seien sich einig in der Einschätzung, „Menschen mit schweren Leiden dürfen nicht das Gefühl bekommen, mit ihrem Schmerz allein gelassen zu werden und sich zudem dem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt zu sehen, dass ein Suizid erwägenswert sei und Beihilfe dazu rechtfertige“. Erwecke der Gesetzgeber den Anschein, Sterbehilfe werde zur gesellschaftlichen Normalität, steige der Druck gerade auch auf ältere Menschen, die Angst haben, ihren Angehörigen zur Last zu fallen. Vielmehr müsse die physische Unterstützung wie auch die psychische und seelsorgerliche Begleitung von todkranken Menschen und deren Angehörigen verstärkt ausgebaut und in diese finanziell investiert werden. Politik, Gesellschaft und Kirchen seien gefordert, sich ihrer besonderen Verantwort