Tschechische Gymnasiasten besuchten Regensburg

12. Oktober 2015

3 Tage besuchten Schüler und Schülerinnen aus Tschechien Regensburg, die erste Hauptstadt Bayerns und Sitz des ersten Herrschergeschlechts der Agilolfinger. Diese historischen Fakten waren nicht unwichtig bei dem Besuch, wollten die Schüler vom Bischöflichen Gymnasium in Zdar nad Sazavou doch den frühen kirchlichen Verbindungen zwischen Bayern und Böhmen nachspüren. Und da gibt es, trotz spärlicher Quellenlage, einige interessante Ansätze.CZ-Bischof-HP

 

Bild: Begegnung mit Bischof Rudolf im Kolpinghaus

 

So gingen die ersten Missionsversuche in den böhmischen Raum nachweislich von Regensburg aus, insbesondere vom Kloster St. Emmeram und dessen Ableger Chammünster. Ein erstes Ergebnis dieser Missionstätigkeit war wohl die Taufe von 14 böhmischen Fürsten 845 in Regensburg in der Regierungszeit Ludwigs des Deutschen über den die Fuldaer Annalen berichten. Daran erinnert auch eine Gedenktafel an der Kirche St. Johann in Regensburg. Besucht wurde natürlich auch die Wolfgangskrypta, war es doch der große Diözesanpatron, der die Diözese Prag 973 in die Selbständigkeit entließ. Ebenso interessant war die Gedenktafel an der Alten Kapelle über den Besuch des Slawenapostels Methodius, der 870 in Regensburg weilte.
Diese und weitere Zeugnisse des frühen kirchlichen Lebens in der ostbayerischen Bischofsstadt erkundeten die Tschechen zusammen mit Diözesansekretär Ludwig Haindl. Der Kontakt zwischen der Schule in Zdar und Regensburg lief jeweils über das Kolpingbüro der beiden Städte.

Die tschechischen Gymnasiasten wollen nun als Ergebnis des Besuchs in Regensburg im Rahmen eines Schulprojekts einen Schulkalender gestalten. Ein Höhepunkt des Besuchs war das Zusammentreffen mit Diözesanbischof Rudolf Voderholzer im Kolpinghaus, der sich ausgiebig über das Projekt des Bischöflichen Gymnasiums von Zdar erkundete. Für die Tschechen wäre eine Partnerschaft mit einer Regensburger Schule ein großer Zukunftswunsch.