Bischof Rudolf würdigt die Arbeit der Verbände im Bistum.

12. November 2018

Bischof empfängt Kolping-Vorstandsmitglieder
Diözesanpräses Schmidt übergibt eine Krippe aus Brasilien als Geschenk

 Bild: v.l.

Kolping-Begegnung mit Bischof Rudolf im Bischöfl. Ordinariat

Martin König, Markus Neft, Sepp Sander, K.-D. Schmidt, Bischof Rudolf, Franz Greipl, Max Körner

 

Das Kolpingwerk ist mit seinen 19.000 Mitgliedern und seinen Einrichtungen wie Bildungswerk, Ferienwerk, Kolpinghaus oder Kolping-Jugendwohnen einer der großen katholischen Verbände in der Diözese Regensburg. Für den Bischof sind die Verbände im Bistum ein wichtiges Verbindungsglied innerhalb der Pfarrei, eine christliche Gemeinschaft innerhalb der Pfarreiengemeinde. Sie schaffen aber auch eine Verbindung zwischen Kirche und Gesellschaft und wirken hinein in die Politik. Viele Mandatsträger in den Kommunen und Parlamenten lernen in den Verbänden ihre ersten Schritte hinein in die Öffentlichkeit. Für den Bischof war es überraschend zu hören, dass Kolping sogar Fraktionsstärke im Deutschen Bundestag hätte: Über 40 Abgeordnete, meist Mitglieder der Unionsfraktion, sind Kolpingmitglieder.  

Kolping-Vorstandsmitglieder im Gespräch mit Bischof Rudolf

Diözesanvorsitzender Sepp Sander aus Abensberg und Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt stellten den Verband mit seinen 151 Kolpingsfamilien vor. Kolping im Bistum Regensburg ist drittgrößter Diözesanverband in Deutschland und mit einem der jüngsten Durchschnittsalter, etwa ¼ der Mitglieder gehören der Kolpingjugend an. Kolping ist bis heute sehr präsent in vielen Pfarreien der Diözese und eine Stütze für das kirchliche und gesellschaftliche Leben. Aber auch mit seinen Einrichtungen wirkt der Verband hinein in die Gesellschaft. So ist z.B. das Kolping-Bildungswerk mit über 400 Mitarbeitern an 16 Standorten vertreten, vor allem im Bereich der Jugendsozialarbeit und der beruflichen Bildung. Erst im letzten Jahr wurde ein Neubau in Weiden eingeweiht und in Schwandorf ein Anbau fertiggestellt. Über 100 junge Azubis wohnen nach wie vor im Kolping-Jugendwohnheim in Regensburg, darunter auch junge unbegleitete Flüchtlinge. Sie sind dort bestens integriert und Begleitet, viele davon haben mittlerweile einen Ausbildungsvertrag bei örtlichen Handwerksbetrieben.

Ein besonderer Schwerpunkt des Verbandes ist auch die Arbeit mit und für Junge Familien in der Diözese, die sich mit ihren Familienkreisen oft im Kolping-Ferien- und Bildungshaus in Lambach zu Familienwochenenden treffen.

 

Ganz im Sinne des Gesellenvaters Kolping ermutigte Bischof Rudolf den Verband zur Mitwirkung und Mitgestaltung der Gesellschaft: „Wir dürfen als Kirche nicht nur Innerlichkeit pflegen. Jeder Christ soll auch als Salz in die Gesellschaft hineinwirken!“ Er empfahl dabei die Katholische Soziallehre als gutes Leitbild. Besonderes Anliegen ist ihm  das Prinzip der Subsidiarität, das Recht der kleineren Einheiten. Sie müssen Vorrang haben. Dies gilt auch für den Schutz der Familien, gegen den Allmachtswahn des Staates. Er wandte sich in diesem Zusammenhang auch gegen die Bildung von riesigen Pfarrverbänden in einigen Diözesen: „Einfach Pfarreien im großen Stil zusammenzulegen, das kann nicht die Lösung sein, wir müssen uns vielmehr fragen: Wie kann ich der Ortsebene helfen?“ Beim Thema „Missbrauch“ zeigte sich der Bischof nach wie vor sehr betroffen. Er betonte aber auch: „Das Thema betrifft die gesamte Gesellschaft. Die Kirche ist derzeit die einzige große Institution, die dieses Thema systematisch aufarbeitet.“

 

Der Regensburger Oberhirte zeigte sich auch aufgeschlossen für die Anliegen der Verbände und versprach sie besser in der Theologen-Ausbildung zu verankern. Der seit einigen Jahren zusammen mit der KAB gestaltete Josefitag ermutigte mittlerweile auch viele Pfarreien den Tag wieder verstärkt ins Bewusstsein zu rufen.

Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt übergibt eine Krippe aus Brasilien an Bischof Rudolf

Am Ende der Begegnung überreichte Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt und Diözesan-vorsitzender Sepp Sander an den Bischof eine aus einem Holzblock geschnitzte Krippe aus Brasilien. Die Krippe wurde von der Brasilianerin Mariana Thaler aus dem Ort Dreizehnlinden geschnitzt. Ihr Großvater ist in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts von Österreich nach Brasilien ausgewandert. „Dieses seltene und großartige Kunstwerk wird meine Sammlung besonders bereichern!“ freute sich der passionierte Krippensammler.