70 Jahre Kolping Neunkirchen-Weiden: „Ein lebendiger Verein geblieben!“

3. November 2017

 

Im Juli 1947 gründete sich die Kolpingsfamilie Neunkirchen. Das 70-jährige Bestehen feierte die Vorstandschaft nun mit einem Gottesdienst in St. Dionysius. Es folgt ein Ehrenabend. Mit dabei: sieben befreundete Kolpingsfamilien. Viele Vereine und Verbände gaben dem Jubelverein auch mit ihren Fahnenabordnungen die Ehre. Sie zogen in die St. Dionysiuskirche ein und feierten den Gottesdienst mit, den Bezirkspräses Thomas Jeschner feierte. In Konzelebration begleiteten ihn Pfarrer Stephan Rödl, Kaplan Johannes Bosco und Pfarrvikar Dr. Bruno Kasongo Ndala. Musikalisch gestaltete den Gottesdienst die Gruppe „Laetitia“ unter der Leitung von Christa Kneidl.

Bild vordere Reihe:  v l n r.:  Kassier Willi Fuchs, Gerlinde und Georg Forster, Schriftführerin Petra Teichner, Josef Farnbauer
hinten: Pater J. Bosco, Vorsitzender Roland Hoffmann, Josef Frimberger, Pfarrer Stephan Rödl, Max Hofmann,  Ludwig Haindl Bezirkspräses Thomas Jeschner

Der Jugendchor unter Leitung von Elvira Kuhl, begrüßte die Ehrengäste und Mitglieder im Pfarrheim mit einem Medley aus dem Film „Sister Act“. Vor dem Tischgebet und dem gemeinsamen Abendessen sang der Chor noch das Lied „Restore my soul“. Vor dem Rückblick auf 70 Jahre Kolpingsfamilie Neunkirchen spielte Simon Hoffmann am Klavier „Yesterday“.

Umfassend erinnerte Vorsitzender Roland Hoffmann in der Chronik vor den sieben befreundeten Kolpingsfamilien und den Ehrengästen im voll besetzten Pfarrsaal an den Beginn des Ortsverbandes. Pfarrer Hans Bauer regte die Gründung einer Jugend-organisation an, 30 junge Leuten waren dabei. Nach Pfarrer Bauer kam Paul Wutz. Der Verein erlebte einen neuen Aufschwung. Wutz betreute Kolping 36 Jahre lang seelsorgerisch. Beim Abschied wurde zum Ehrenpräses ernannt. Unter Christian Burkhardt gründete sich die Gruppe „Junge Erwachsene“, der Gründungstag war zugleich das 50jährige Bestehen der Kolpingsfamilie. Veranstaltungen wie Grillfeste, Kartoffelfeuer, Vater-Kind-Tag und Radltouren stehen heute noch im Programm. Als Präses mit dem Schifferklavier bleibt Pfarrer Armin J. Spießl in Erinnerung. In diesem Jahr übernahm Pfarrer Stephan Rödl die seelsorgerische Betreuung der Gruppe.
Nach Satzung und Eintrag ins Vereinsregister im Jahre 2001 entstand das neue Logo: Wir sind in der Kirche zuhause. „Das ist auch einer der zwölf Leitsätze des Kolpingwerkes“, sagte Hoffmann. So wurde vor acht Jahren ein neues Logo entwickelt, welches die Kolpingsfamilie als Teil der Pfarrgemeinde unter dem Dach der (beiden) Kirche darstellt.
In den Anfangsjahren wechselte oft die Vorstandschaft. Erst nach Emmerich Suttner und Hans Müller mit Elfriede Fuchs erreichte die Kolpinggruppe um 1999 gar 155 Mitglieder. Nach Bernhard Schulze stehen nun seit dem Jahre 2002 Roland Hoffmann und Beate Neumann an der Spitze der Kolpingsfamilie. Die Mitgliederzahl hat sich zwischenzeitlich auf 170 erhöht.

Im Jahre 2016 wurde die Kolpingjugend neu gegründet. Moritz Egeter führt seitdem die Kolpingjugend. Verschiedene Veranstaltungen und regelmäßig stattfindende Jugendwochenenden gehören zum Programm der Jugend. In diesem Jahr wurde schließlich das neue Kolpingjugendbanner von Pater Johannes Bosco gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. An den Aktionen der Kolpingsfamilie beteiligen sich die Mitglieder zahlreich. Die Gruppe zeichnet sich vor allem durch ein „Miteinander der Generationen“ aus. Mit den Erlösen aus unterschiedlichen Aktionen werden sowohl Einrichtungen innerhalb der Pfarrgemeinde, gemeinnützige Institutionen oder auch das indische Patenkind der Kolpingsfamilie unterstützt.
In seinem Grußwort dankte der Oberbürgermeister der Stadt Weiden, Kurt Seggewiß für die Arbeit und wünschte noch viele Jahre gedeihliche Arbeit. Er selbst habe katholische Wurzeln, die ihn prägten: „Erst bin ich katholisch und dann Sozialdemokrat“, unterstrich er. Pfarrgemeinderatssprecherin Brunhilde Spannl erinnerte zum Jubiläum an siebzig Jahre Frieden in Deutschland.

Den Festvortrag hielt Diözesansekretär Ludwig Haindl zum Thema: “Kolping – eine Geschichte mit Zukunft!” Kolping war neben dem Sozialbischof W. E. v. Ketteler einer der großen katholischen Sozialpioniere des 19. Jh., heute wissen wir, beide haben als Priester und Sozialreformer ganz neue Wege eingeschlagen. “Wir stehen mit unserer Sozialgesetzgebung bis heute auf ihren Schultern!” Viele Vereine wurden damals gegründet, die es längst nicht mehr gibt.  „Umso erstaunlicher, dass es das Kolpingwerk noch heute gibt, und das in über 60 Länden der Erde. Es ist wohl die praktische Verwurzelung  in Glauben und tätiger Nächstenliebe, so Haindl. Kolping ist bis heute verankert in der Gesellschaft, aber auch in der Kirche. Der Verein hat sich immer wieder der Geschichte gestellt und erneuert. Die katholische Soziallehre mahnt die Großen und Reichen besonders heute, sich nicht nur egoistisch abzukapseln, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“.

Für den Bezirk sprach Hans Eiszrich und freute sich, dass Kolping Neunkirchen auf viele Jahre Frieden und Wohlstand zurückblicken kann und sich hier am Ort stark verwurzelte. Für den örtlichen Frauenbund gratulierte Regina Völkl. Für 40 Jahre ehrte Hoffmann mit Urkunde, Kolping-Wein und Blumen Josef Farnbauer, Josef Frimberger, Gerlinde und Georg Forster und für 60 Jahre mit Urkunde und Geschenkkorb Max Hofmann.

Musikalisch unterhielten Mara Dumler, Lisa und Miriam Duschner, Eva-Maria Melcher und Hanna Suttner mit Blockflöte, Altflöte und Klavier zu „Amazing Grace“ und „You raise me up“.