90 Jahre Kolping in Falkenberg: Bis heute lebendige Gemeinschaft

9. Oktober 2018

90 Jahre jung geblieben. So könnte man die Geschichte der KF Falkenberg kurz beschreiben heute. Und so feierte der katholische Verein dieses kleine Jubiläum auch gemeinsam mit über 130 Gästen und einem feierlichen Festgottesdienst.
Die Falkenberger hatten sich wie so oft etwas Besonderes einfallen lassen: Ein „Streitgespräch“ mit dem lieben Gott. Für den Beitrag der „Kolping-Kids“ zum Jubiläum gab’s deshalb im Saal des „Goldener Stern“ auch Sonderapplaus.
Die Feier begann mit Kirchenzug und Festgottesdienst. Vier Geistliche, Präses Pfarrvikar Franklin Mboma, Pfarrer Max Roebl, Bezirkspräses Martin Besold und Monsignore Harald Scharf aus Regensburg, zelebrierten die feierliche Messe, die vom Kolpingchor unter Leitung von Martina Mark begleitet wurde.
Anwesend waren auch die Kolpingsfamilien des Bezirks sowie zahlreiche Vertreter der Falkenberger Vereine.
Vorsitzender Karl Schreier begrüßte zahlreiche Ehrengäste und zollte den Vorgängern Respekt für 90 Jahre Vereinsarbeit. 1928 gegründet, musste die katholische Kolpingfamilie im nationalsozialistischen System einiges erleiden. Aber 1948 habe man mit 44 sog. „Wiederaufbelebungsmitgliedern“ aber neu begonnen. Viele Vereinsaktivitäten, darunter die Johannisfeier, eine aktive Mädchengruppe, der ökumenische Kreuzweg, die Broschüre „Kolping-Brisant“ und der Familienkreis seien ins Leben gerufen worden.
„Mit Fug und Recht können wir sagen, wie sind ein aktiver und attraktiver Verein“, so der Karl. Viel Freude machte ihm die gute Nachricht an die Gäste, dass man seit zehn Jahren jedes Jahr sechs neue Mitglieder dazu bekommen habe. Ehrgeiziges Ziel des Vereins seien ursprünglich fünf Neumitglieder jährlich gewesen. Besonders stolz präsentierte Schreier dann die „Kolping-Kids“ unter Leitung von Maria Unterstein und Andrea Fichtner. „Wir erleben zurzeit ein echtes Wirken des Heiligen Geistes“, meinte er im Zeichen des allgemeinen Mitgliederschwunds, der auch Kolping schon zum 75. Geburtstag Sorgen bereitet habe.
Als Beispiel aktiver Jugendarbeit interpretierten die „Kids“ danach auf der Bühne das „Vater unser“ im Alltagsgeschehen eines gläubigen Christen. Bei einem „Wortgefecht mit Gott“ übten die Kinder auf lustige Weise auch Kritik am Allmächtigen, oder besser gesagt an der Auslegung des Gebets.
Nach zünftiger Musik der „Falkenberger Stodlmusi“ gratulierte auch Bürgermeister Herbert Bauer. Selber Kolpingssohn, dankte er für das Wirken in der Gemeinde und wünschte weiterhin eine starke Gemeinschaft bis hin zum 100. Geburtstag.
90 Jahre seien nicht selbstverständlich, betonte Diözesanvorsitzender Josef Sander. In Falkenberg werde bis heute umgesetzt, was Kolping wichtig gewesen ist. Dies verdiene großen Respekt. Harald Scharf sprach in seiner Festrede die personellen Schwierigkeiten in den Pfarreien und christlichen Vereinen an. Aufgrund von Priestermangel sei eine Zusammenlegung der Pfarreien unumgänglich. In Bezug auf den Strukturwandel in den Vereinen forderte Scharf, Netzwerke zu bilden und sich ggf. auch mit anderern zusammenzutun. Die Falkenberger lobte er für ihre Erfolgsgeschichte als beispielhaft.
Beim Jubiläum wurden auch drei verdiente Mitglieder geehrt: Christine Kick (28 Jahre Mitgliedschaft), Josef Franz (42 Jahre) und Martina Mark (37) bekamen für ihre Treue Gutscheine für Lambach.
Zur Freude von Präses Franklin Mboma wurden weitere Geschenke verteilt: Der Pfarrvikar bekam am Ende des offiziellen Teils vom Kolping-Vorsitzenden einen Scheck über 900 Euro. Die Spende dient der Mitfinanzierung eines Schulgebäudes für 300 Kinder in Kibwanga im Kongo, wo Mbomas Familie lebt. Die Bildungseinrichtung in Afrika wird am 27. Oktober eingeweiht.