90 Jahre Kolping in Wörth: Glaube, Geselligkeit, Hilfsbereitschaft

11. Dezember 2017

 

Glanzvoller Festakt zum 90jährigen Bestehen der Kolpingsfamilie Wörth.
Am Festakt zum 90jährigen Gründungsfest und 70jähriger Wiedergründung der Kolpingsfamilie Wörth a.d.Donau hätte  Gründervater Kolping sicher seine Freude gehabt. „Bei uns rührte und rührt sich was“, rief Vorsitzender Franz Sagmeister in den vollbesetzten Saal hinein. Mit 142 Mitgliedern können die Wörther in eine gute Kolping –Zukunft blicken. In einer kurzweiligen Ansprache skizzierte Franz Sagmeister die 90jährige Geschichte der Kolpingsfamilie. Glaube, Geselligkeit, Bildungsarbeit, Hilfsbereitschaft – so lässt sich das Engagement der Wörther Kolpingsfamilie zusammenfassen. Alles begann mit Kooperator August Steinbauer im Jahre 1927, als er den katholischen Burschen- und Gesellenverein ins Leben rief, der 1933 von den Nationalsozialisten wieder verboten wurde. Kolpings Ideen waren jedoch nicht auszumerzen, so erfolgte im Frühjahr 1947 unter Pfarrer Karl Ketterl die Wiedergründung.

 

Bild: die Vorstandschaft der KF Wörth beim 90jährigen Jubiläum mit Diakon Tom Steffl und Vorstand Franz Sagmeister (r. außen)

 

 

In dieser Zeitspanne bis heute hat sich viel getan. Wöchentliche Vorträge von Präsides und Pfarrern, Ärzten und Politikern prägten die 50er Jahre aber auch Filmvorvorführungen, Sommerfahrten und Theaterspiele. 1956 betete die Kolpingsfamilie den ersten Fatima-Rosenkranz; sie tut es bis heute an jedem 13. des Monats. Faschingsbälle, Kelgelabende, Schafkopfabende und Liederabende gesellten sich in den Sechzigerjahren dazu, auch das jährliche Johannisfeuer hat seinen Ursprung in dieser Zeit. 1966 fand die erste Altpapiersammlung statt. 1975 wurde die Kolpingtheaterbühne gegründet. 1981 nahm die Kolpingsfamilie erstmals Mädchen auf.

Die fünfziger bis achtziger Jahre konnte man lt. Sagmeister getrost als die Gründerjahre bezeichnen. Hier wurden die Grundsteine für eine erfolgreiche Kolpingsarbeit vor Ort gelegt. Kolping wurde zur Familie. Die Jahre 1991 bis 2009 waren bestimmt von den innovativen Ideen des Vorsitzenden Herbert Schötz. Es gab nun auch politische und gesellschaftspolitische Podiumsdiskussionen und man widmete sich der Flüchtlingsarbeit. 3 Hilfskonvois nach Kroatien wurden durchgeführt. Als Schötz nicht mehr antrat, rettete der ehem. Senior Josef Schütz als Interimsvorsitzender den Bestand der Kolpingsfamilie Wörth, bis 2016 Franz Sagmeister das Ruder übernahm.

Heute charakterisiert sich die Kolpingsfamilie durch anspruchsvolle monatliche Vortragsabende zum religiösen, politischen und gesellschaftlichen Zeitgeschehen; auch unterhaltsame Abende kommen nicht zu kurz. Ein Schwerpunkt ist auch das Spendensammeln, um weltweite und heimatnahe Spendenaktionen durchführen zu können.

Beim Festakt, den Marion Weikl (Querflöte) und Sonja Kreiml (Piano) musikalisch umrahmten, konnte der Vorsitzende auch Alfred Bemmerl und Heinrich Karl für 50jährige Mitgliedschaft auszeichnen sowie in besonderer Weise Karl Seppenhauser für 45jähriges Führen der Vereinschronik danken und ehren. Feierlich wurden ausserdem 6 neue Mitglieder aufgenommen (Ralf Amann, Ernst Aumer, Wolfgang und Annemarie Baur, Irmgard Schönberger und Bianca Wittmann).

Stadtpfarrer und Präses Johann Baier schilderte die Kolpingsfamilie als einen Ort der freundschaftlichen Begegnung und des Glaubens, verbunden mit dem Stolz auf das, was bewegt worden ist, insbesondere hinsichtlich des sozialen Engagements.
Bezirkspräses Thomas Steffl konnte vor so viel Einsatz nur den Hut ziehen. Für die Zukunft wünschte er Zusammenhalt und Glauben, aber auch Freundschaft und Frohsinn. Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt, der die Festpredigt gehalten hatte, hoffte auf eine goldene Zukunft. „Wichtig ist, dass man anfängt, und noch wichtiger ist, dass man durchhält“. Das Werk Kolpings verdiene es, in die Welt hinausgetragen zu werden.
Bürgermeister Anton Rothfischer, selbst Kolpingmitglied, sprach von einer sehr, sehr engagierten Gemeinschaft, die mit ihren Vortragsabenden gesellschaftlich relevante Themen „kreuz und quer“ angeht.
Dem Festakt im Gasthof Butz ging ein feierlicher Festgottesdienst in der Pfarrkirche voraus, den Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt, Präses Pfarrer Johann Baier, Ruhestandspfarrer Lorenz Schnitt und Bezirkspräses Diakon Thomas Steffl zelebrierten.

Daran beteiligten sich auch Kolpingsfamilien aus dem Bezirksverband Regensburg sowie sämtliche christlichen Vereinigungen aus der Pfarrei. Musikalisch umrahmt wurde die kirchliche Feier stimmungsvoll von den Solosängern Julia Rösch, Monika Schmied und Ludwig Eiglmeier. Ein ergreifender Moment war, als vor dem Altar orangefarbene Kerzen für die verstorbenen 19 Mitglieder der letzten 10 Jahre angezündet wurden.

In seiner Festpredigt rief Diöszesanpräses Karl-Dieter dazu auf, sich nach den Idealen Adolph Kolpings in Beruf, Familie, Staat und Gesellschaft zu bewähren und sich für andere einzusetzen. Er schloss mit dem flammenden Appell : “Jeder und jede von uns trägt Verantwortung, jeder muss irgendwann Rechenschaft ablegen. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt. Jetzt ist es an der Zeit! Pack mas! Worauf warten wir noch?“