Bischof diskutiert in Lambach mit der charismatischen Gemeindeerneuerung

1. August 2019

Gott ermöglicht Andersheit – Bischof Voderholzer diskutiert in Lambach mit Gläubigen aus der charismatischen Gemeindeerneuerung

Bild v.l. Diözesanpräses K.-D. Schmidt, Bischof Rudolf und Leiter Bernhard Stock in der Turnhalle von Lambach

Am 30. Juli hat Bischof Rudolf in Lambach bei einer Konferenz für Leiter von Gemeinschaften aus der charismatischen Erneuerug über die göttliche Dreifaltigkeit als das Spezifikum christlichen Glaubens gesprochen. „Brot des Lebens“ ist eine katholische charismatische Gemeinschaft in der Erzdiözese München, die Kardinal Friedrich Wetter anerkannt hat. Die Gemeinschaft hat für eine Leiterschulung Vertreter aus ähnlichen Gemeinschaften aus ganz Europa für eine Woche im Kolping-Ferienhaus Lambach versammelt.

Das Besondere am christlichen Glauben und an der Wirklichkeit des dreieinigen Gottes liegt darin begründet, dass in Gott Andersheit möglich ist und tatsächlich auch ist, dass diese Andersheit aber keine Unterordnung oder Abwertung erfordert. Im Gegenteil: In Gott selbst ist Liebe, Gott ist die Liebe. Dies ist das Vorbild dafür, Andersheit im menschlichen Leben auszuhalten, ohne in Gleichmacherei zu verfallen. Das bezieht sich nicht zuletzt auf den Unterschied von Mann und Frau. Zeitgeistige Strömungen versuchen derzeit, diese zu verwischen. Gott hat den Menschen aus Liebe erschaffen, obwohl er nicht auf ihn angewiesen ist. Gott hat dem Menschen das Leben geschenkt hat, aus freier Souveränität heraus. Damit ist auch dem Menschen die Freiheit eröffnet, sich für oder gegen Gott zu entscheiden.

Gespräch und Diskussion im Lesezimmer von Lambach

Bei dieser Gelegenheit zeigte sich Bischof Rudolf verwundert, dass in den Medien selten über kirchliche Aktivitäten oder theologische Aussagen berichtet wird. Er sprach sich dagegen aus, die Kirche auf eine moralische Institution zu reduzieren. „Ohne das Theologische, wird die Moral bald weg sein“, sagte Dr. Voderholzer.

Was die kleinen kirchlichen Gemeinschaften betrifft, sagte der Bischof: „Diese kleinen Gruppen, in denen der Glaube gelebt und bezeugt wird, sind für die Zukunft der Kirche lebensnotwendig.“ Diese Formen der Gemeinschaft unterhalb der Ebene der Diözese und der Pfarrei sollten aber offen sein und immer wieder über den Tellerrand hinaussehen.

Diese Forderung war bei dem Leitertreffen in Lambach überdeutlich verwirklicht. In einer Gesprächsrunde mit 12 Leitern stellten diese ihre Einsätze in England, Irland, Belgien und Syrien vor, um nur einige zu nennen. Bischof Voderholzer zeigte sich sehr interessiert an der Frage, wie die katholische Kirche in Deutschland von außen wahrgenommen wird. Dass die katholische Kirche in Deutschland an geistlicher Tiefe zulegen könne, fand breiten Konsens.

An dem Treffen nahmen etwa 150 Personen teil, darunter auch sehr viele Kinder. Sie nutzten die schöne Umgebung der Kolping-Ferienanlage und natürlich auch das neue “Piraten-Schiff”, um eine glückliche Zeit zu verbringen. Der Leiter der Konferenz, Bernhard Stock, ist für die Treffen der Gemeinschaften in der europäischen Region für diese jährlichen Konferenzen zuständig. Sie finden in unterschiedlichen Ländern statt.