Hausgottesdienst: Bischof Rudolf bei der Kolpingfamilie Sallern

6. Dezember 2018

 

Im Pfarrheim Mariä Himmelfahrt betete Bischof Rudolf gemeinsam mit der Kolpingfamilie Sallern und Stadtpfarrer Josef Eichinger den Hausgottesdienst im Advent.

Bild: adventlicher Hausgottesdienst bei der Kolpingsfamilie Regensburg-Sallern mit Bischof Rudolf

 

Dass sich so viele zum gemeinsamen Gebet aufgemacht haben freute Präses Josef Eichinger. Ganz besonders aber freute er sich auf den Bischof,  eine Premiere für viele Mitglieder der Kolpingfamilie, die die Tradition des Hausgottesdienstes schon jahrelang pflegt. Etwas aufgeregt waren die rund 60 Anwesenden. Und dann stand er plötzlich in der Tür und ging mit einem schlichten „Grüß Gott beisammen!“ auf die Wartenden zu. „Der Pfarrer hat aber eine große Familie!“, lachte er und fügte hinzu, dass er den Hausgottesdienst sonst immer in einer „normalen“ Familie aus einer der Stadtpfarreien feiere. In diesem Jahr lud Pfarrer Eichinger ihn dann zum alljährlichen Hausgottesdienst der Kolpingfamilie ein. Für Bischof Rudolf ist der Hausgottesdienst, der in Regensburg schon seit über 40 Jahren gefeiert wird, ein wichtiger Baustein für einen lebendigen und nachhaltigen Glauben. Und lebendig sollte dieser Gottesdienst in der Tat werden

 

Hoffnungszeichen – Lebenszeichen
Nach dem Kreuzzeichen wurde die erste Kerze am Adventskranz entzündet, es folgte eine Meditation. Ein jeder Besucher hatte bereits zu Beginn einen Tannenzweig erhalten als Symbol der Hoffnung, als Symbol des Lebens. Denn Hoffnungszeichen – Lebenszeichen unter dieses Motto hat Bischof Rudolf den Hausgottesdienst in diesem Jahr gestellt.

Pfarrer Eichinger hatte großen Wert darauf gelegt, dass der Gottesdienst möglichst interaktiv gestaltet wird. Text- und Gebetsteile wurden von unterschiedlichen Lektoren vorgetragen. Die Lesung aus dem Buch Jesaja ermutigt das Volk, Gott zu vertrauen und seine Hoffnungen auf IHN zu setzen – diente als Impuls zum Nachdenken: „Worauf hoffe ich?“ „Was möchte ich Gott anvertrauen?“ Alle Antworten auf diese Fragen notierten die Mitfeiernden auf einen „Hoffnungsstreifen“. Reihum lasen sie nun ihre Wünsche vor und hefteten diese Wunschzettel an die grünen Zweige zweier Tannenbäumchen in der Mitte des Saales. Dazu spielte Dr. Hans Pritschet die Taizéweise „Meine Hoffnung und meine Freude“ am Klavier. Und was ist es, worauf die Menschen in diesem Jahr am meisten hoffen? Es ist der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt, es sind Gesundheit und Zufriedenheit für alle Menschen und noch vieles mehr, denn so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Sehnsüchte. Doch kein Wunsch wurde so oft formuliert wie der nach Frieden. Frieden in der Familie, Frieden in der Welt, Frieden für alle. Egal, ob jung oder alt – dieses Thema bewegte in diesem Jahr ganz offensichtlich die Mehrheit der hier Anwesenden. Zuletzt formulierte auch Bischof Rudolf seine persönlichen Hoffnungen. Mit den Worten: „Ich hoffe, dass der Glaube im Bistum Regensburg ebenso lebendig ist wie hier und dass das Licht des Glaubens in alle nachfolgenden Generationen so lebendig weitergetragen wird“, knüpfte er seinen Hoffnungsstreifen an den grünen Tannenbaum. Felix Rothfuß intonierte im Anschluss darauf auf seiner Gitarre das Hallelujah von Leonhard Cohen. Zum gemeinsamen Vaterunser gaben sich alle die Hand und der Segen des Bischofs entließ die Kolpingfamilie und ihre Gäste in einen hoffnungsfrohen Advent.

Anschließend bedankte sich Pfarrer Eichinger bei Bischof Rudolf, bei allen Anwesenden und den drei Musikern. Die jungen Talente erhielten zudem einen Rosenkranz aus den Händen des Bischofs. Selbstverständlich lud Pfarrer Eichinger noch zu Glühwein, Punsch und Keksen ein. Eine Einladung, die gerne angenommen wurde, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

So erzählte Kolping-„Urgestein“ Ludwig Leibrock dem Bischof begeistert von seinen Erlebnissen mit der Kolpingfamilie. Auch die drei jungen Gemeindemitglieder Christoph Rieger, Katharina Rhein und Luisa Feig wollten unbedingt den Bischof treffen. „Eigentlich schreiben wir morgen ja einen Test in der Schule, aber das ist uns jetzt egal“, verrieten sie. Alle, Alt und Jung, Mitglied der Kolpingfamilie oder Gast – auch der erst kürzlich zugezogene Andreas Jeziorowski fühlen sich hier zugehörig. Ob er nächstes Jahr wieder einen Hausgottesdienst feiert? „Bestimmt! Das hat hier ja Tradition, ob mit Bischof oder ohne. Aber mit – das ist schon etwas