Josefitag mit Bischof, Handwerkskammerpräsident und “Schmidteinander”

19. März 2018

Bild: Bischof Rudolf mit Dr. Haber (2. v. l.) und Vertretern der KAB und Kolping

Kolpingwerk und KAB feierten den Josefitag mit Bischof Dr. Rudolf Voder-holzer,  HWK-Präsident Dr. Georg Haber und den beiden Verbands-Präsides Karl-Dieter Schmidt (Kolping) und Thomas Schmid (KAB). Dieser  Josefitag unter der gemeinsamen Gestaltung von KAB und Kolping  fand dieses Jahr bereits zum 4. Mal statt. Das gute Zusammenwirken der beiden katholischen Sozialverbände spiegelt sich derzeit sogar im fast identischen Namen der beiden Verbandsgeistlichen wider und so sprach man bei der Feier im Kolpinghaus sogar schon vom “Schmidteinander”,  in Anlehnung an eine frühere Fernsehshow.

Der Gedenktag des Heiligen Josef hat in Bayern eine lange Tradition und war bis 1968 sogar ein gesetzlicher Feiertag. Der Heilige Josef ist der Schutzpatron der Familien und Ehepaare, aber auch der Arbeiter. Deshalb ist er auch der Schutzpatron der KAB und des Kolpingwerkes. Anlässlich des Josefstags feierte Bischof Rudolf Voderholzer eine Pontifikalvesper im Dom . Ihm zur Seite standen Msgr. Thomas Schmid, Sozialpfarrer und Diözesanpräses der KAB Regensburg, sowie Kolping-Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt.

Was heißt eigentlich konservativ?
„Wir feiern die Josefivesper am Vorabend des 19. März, aber weil große Feiertage mit der ersten Vesper beginnen, darf ich bereits jetzt allen Josefs und Josefinen herzlich zum Namenstag gratulieren“, so Bischof Rudolf zu Beginn seiner Predigt. Er verwies auf die zurückliegende Regierungsbildung in Berlin und die bevorstehende Wahl in Bayern. Dabei sei immer wieder die Frage aufgetaucht, was den eigentlich „konservativ“ bedeutet. Der Festtag des Heiligen Josef sei dazu auch kein schlechter Anlass, darüber nachzudenken, erklärte der Regensburger Bischof. Für manche scheine konservativ gleichbedeutend zu sein mit hinterkünftig, rückwärts gewandt, fortschrittskritisch oder ablehnend gegenüber jeder Form von Neuerung und Veränderung.

„conservare(lat) = behüten, bewahren“
Papst Franziskus nannte bei seiner Amtseinführung den Heiligen Josef als einen im guten Sinne konservativen Mann, als einen Hüter, als einen Behüter der Heiligen Familie. Gerade die ökologische Bewegung hat im Blick auf den Umgang mit den Ressourcen dieser Erde den hohen Wert der Bewahrung der Schöpfung herausgestellt. Dieses Schützen der Schöpfung, der Natur, muss sich jedoch auf alles Leben beziehen.  Dies gelte besonders im Hinblick auf die Menschen, die Familie und auch den Schutz des ungeborenen Lebens. Für ihn sei das im guten Sinne konservative Verständnis von Mann und Frau, von Ehe und Familie alles andere als rückwärtsgewandt, sondern höchst aktuell, modern und zukunftseröffnend im Sinne von das Gute, das Bewährte zu bewahren und zu schützen.

„Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!“
Zum Abschluss hob Bischof Voderholzer den Zuruf Jesu „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!“ aus dem Evangelium hervor. „Ich wünsche ihnen und bete für sie, dass sie in den Bereichen, wo sie Einfluss nehmen können, auf unser gesellschaftliches Leben, das Salz eines guten Konservativismus, einer guten Haltung, der Bewahrung und Achtung der Schöpfung, einbringen. Zur Ehre Gottes und zum Wohl unserer ganzen Gesellschaft.“

Josefifeier im Kolpinghaus: “Ich studiere Handwerk!”

Kolpingpräses Karl-Dieter Schmidt begrüßt die Gäste bei der Josefifeier im Kolpinghaus

Im Anschluss an die Vesper zogen die Fahnen- und Bannerabordnungen gemeinsam mit der Musik des Orchestervereins Steinweg und  den Besuchern der Vesper bei eisigen Temperaturen in das Kolpinghaus. Dort fand  ein Festakt zum Josefitag statt. Nach den Grußworten der beiden Präsides der Sozialverbände sprach Handwerks-kammerpräsident Dr. Georg Haber zum etwas provokant formulierten Thema „Ich studiere Handwerk.“
Mit diesem Thema wollten die beiden Sozialverbände die Aufmerksamkeit auf die berufliche bzw. handwerkliche Ausbildung legen. Vielfach wird nur noch die universitäre Ausbildung geschätzt oder angestrebt, dabei bietet auch das Handwerk bzw. eine berufliche Ausbildung heute gute Zukunftsperspektiven und sichere Arbeitsplätze. Für Dr. Haber sind hier zwei Schlagworte wichtig: “Nicht Gleichartigkeit, wohl aber Gleichwertigkeit” der Ausbildungswege und “Kein Abschluss ohne Anschluss”. D. h. 1. dass beide Ausbildungswege – Hochschule oder Handwerk – zwar unterschiedlich sind, aber gleichwertig und gleich anerkannt und 2. dass eine Anschlussqualifizierung jederzeit möglich ist. Studenten oder Studienabbrecher haben gute Chancen im Handwerk und umgekehrt ist heute ein Meisterabschluss dem Bachelor gleichgesetzt mit der Möglichkeit der Weiterqualifizierung an einer Hochschule. Manche junge Menschen blühen regelrecht auf bei einer praktischen Tätigkeit. “Um unsere Handwerksbetriebe und unser duales Ausbildungssystem beneidet uns die ganze Welt” so Dr. Haber. “Vielleicht haben wir deswegen auch eine der niedrigsten Jugendarbeitslosenquoten in der EU!”  Das Handwerk, “die Wirtschaftsmacht von nebenan”,  bietet heute 130 verschiedene Berufsausbildungen an nach dem Motto: “Karriere mit Lehre!” Mit diesem Thema heute haben Kolping und KAB ein wichtiges Signal in die Gesellschaft gesandt”, so Kolpingsohn Dr. Haber.