„Kleider, Lumpen und Papier“ – 50 Jahre Kolping-Sammlungen im Bistum

9. Mai 2018

Im Rahmen einer Festveranstaltung im Kolpinghaus in Regensburg wurde das Jubiläum: 50 Jahre Kleider und Papiersammlungen gefeiert. Die Sammlungen sind in diesen 50 Jahren zu einem Markenzeichen bei Kolping geworden. Viel Lob gab es für die Kolpingsammler und die mustergültige, freundschaftliche, 50-jährige Zusammenarbeit mit der Recyclingfirma Wittmann aus Geisenhausen und deren Geschäftsführer Andreas und Karl Wittmann.

 

Bild: Kolping-Diözesanvorstandsmitglieder
und Fa. Wittmann mit Helmut Petz (r.)

 

 

Diözesanvorstandsmitglied Markus Neft hatte zusammen mit Konrad Holzbauer eine Broschüre erarbeitet, die den Anfang dieser Sammlungen über die Unterstützung für die damit geförderten Kolpingprojekte beschreibt.

Wie alles begann
Am 17. Februar 1968, so der damalige Diözesansekretär, der heute 78-jährige Helmut Petz in seinem interessanten Grußwort, wurde die erste Sammlung im damaligen Bezirk „Altmühlgau“ durchgeführt unter dem Motto: „Helft uns helfen!“. Vorreiter war hier der unvergessene Diözesanpräses Karl Böhm, der sich an dem Modell in Paderborn unter dem damaligen Diözesan- und späteren Generalpräses Heinrich Festing orientierte. Tausende von Frauen und Männern haben in den letzten 50 Jahren ehrenamtlich dafür gesorgt, dass tausende Tonnen Kleidung und Papier gesammelt wurden. Mit den erzielten Erlösen konnten Kolpingprojekte in Brasilien, in Slowenien, der Bau der Familienferienstätte in Lambach und heute auch das Jugendwohnen im Kolpinghaus in Regensburg gefördert werden. Nicht zu vergessen auch die Arbeit im Diözesanverband, in den Bezirken und einzelnen Kolpingsfamilien. Die wiederum förderten im laufe der Jahrzehnte wiederum viele kirchliche und soziale Projekte vor Ort. Man muss wissen: gesammelt wird die gebrauchte Ware auf jeden Fall. Entscheidend ist wer sammelt. Die gewerblichen Sammelfirmen stecken den Erlös selber ein, bei den gemeinnützigen Sammlern wie Kolping fließen die Erlöse dagegen wieder zurück in gemeinnützige Projekte.

Bild: Adi Wiesgickl (+) aus Hirschau mit dem Werbeplakat für die erste Kolping-Sammlung imJahr 1968

 

 

 

Dank an alle Helfer und Organisatoren
In ihren Grußworten lobten Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt und Diözesanvorsitzender Josef Sander den Einsatz von tausenden Kolpingschwestern und –brüder, die sich über ein halbes Jahrhundert für diese beispielhafte Aktion engagiert haben. Besonderer Dank galt dabei auch der Recyling-Firma Wittmann aus Geisenhausen mit ihren Geschäftsführern Andreas und Karl Wittmann sowie den Sähnen Martin Wittmann und Karl Wittmann jun., die über die stets faire und zuverlässige Partner waren. Das gilt auch für das Durchhalten in einer Zeit als die Geschäfte schlecht liefen und das Altpapier keinen Erlös und die Altkleider pro Tonne nur noch mit 50 Mark pro Tonne gehandelt wurden. Diese Sammlungen, so Sepp Sander, sind in den 50 Jahren zu einem festen Programmpunkt, ja zu einem Markenzeichen von Kolping geworden.

Der Weg der Sammelware
Bei einer Präsentation über die 1966 gegründete Fa. Wittmann mit dem Firmengründer Lorenz Wittmann wurde deutlich, dass die Anfänge der Firma eng mit dem Beginn der Kolping-Sammlungen im Bistum Regensburg verbunden sind. Heute zählt die Firma zusammen mit der Tochterfirma Zellner-Recycling über 160 Mitarbeiter an mehreren Standorten. Alleine im Jahr 2017 wurden über die Strassensammlungen 29.000 Tonnen Kleider gesammelt. 52 Prozent davon wird als Secondhand-Ware wieder getragen.

 

Bild:
Andreas und Martin Wittmann beim Vortrag

 

Eng mit Kolping verbunden
Andreas Wittmann berichtete, wie er als damals 15-Jähriger mit seinem Vater Lorenz bei Diözesanpräses Karl Böhm und Diözesansekretär Helmut Petz in Regensburg vorstellig wurde, in der diese den Ablauf der Sammlungen besprochen haben. Die Firma Wittmann hat weiterhin den familiären Gedanken und die Kolpingsfamilien des Diözesanverbandes Regensburg sind in ihrem Geschäftsmodell wichtige und geschätzte Partner. Andreas Wittmann bedankte sich für die tolle, ja freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen und dem Diözesanbüro und übereichte eine Spende in Höhe von 5000 Euro an das Kolpingwerk zum Jubiläum.

 

 

Die „Anneser-Mädels“ aus Unterwangenbach begleiteten den  Abend musikalisch

Projekte in Brasilien, Ferienstätte Lambach und Jugendwohnheim gefördert
Weiterhin bedankte sich Andreas Wittmann für die bestens organisierte Jubiläumsveranstaltung, die von den „Anneser Mädels“ aus Unterwangenbach-Holledau musikalisch hervorragend begleitet und von Markus Neft  moderiert wurde.
Großen Beifall fanden auch die von Diözesansekretär Ludwig Haindl zusammengestellte Bildpräsentation über den Werdegang und die geförderten Kolping-Projekte in Brasilien, die Familienferienstätte Lambach und das Kolping-Jugendwohnheim in Regensburg. Mit einem gemeinsamen Essen wurde diese Jubiläumsveranstaltung im großen Saal des Regensburger Kolpinghauses abgerundet.