Kolping-Ehrenvorsitzender Heinz Schemken verstorben

1. März 2021

„… nicht nur für die Kirche und Betkammern“ Heinz Schemken – Ehrenvorsitzender des Kolpingwerkes Deutschland im Alter von 85 Jahren verstorben Kolping prägte ihn – Heinz Schemken begann als 25-Jähriger sein Engagement in der Politik. Zuvor war er bereits als Senior in seiner Kolpingsfamilie vor Ort in Velbert engagiert gewesen.

„Adolph Kolping versuchte, die Christen aus ihrer Trägheit aufzurütteln und sie an ihre Verantwortung für die Welt zu erinnern. Für ihn war das Christentum nicht nur für die Kirche und Betkammern gedacht, sondern für den Alltag und gleichzeitig Auftrag zur Mitgestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit“, so der verstorbene Ehrenvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland, der am vergangenen Samstag kurz vor seinem 86. Geburtstag verstorben ist. „Dass dazu auch die Politik gehörte, davon war Heinz Schemken, der ein leidenschaftlicher und engagierter Kolpingbruder und Politiker war, überzeugt“, so Ulrich Vollmer, Bundessekretär des Kolpingwerkes Deutschland. 1935 geboren, bildete sich der gelernte Schlosser in der Abendschule als Meister weiter und begann als Ausbilder in der Gemeinschaftslehrwerkstatt der Industrie in Velbert, dessen Geschäftsführer er später wurde. Als 25-Jähriger übernahm er 1960 sein erstes öffentliches Ehrenamt als Ratsmitglied in Velbert; 1969 wurde er dort Bürgermeister. Die Bürger von Velbert und Umgebung wählten ihn von 1983 bis 2002 in den Deutschen Bundestag, wo er sich im Ausschuss für „Arbeit und Soziales“ besonders sozialpolitischen Themen und Fragen widmete. Er gehörte zu den herausragenden Sozialpolitikern in Bonn und Berlin. 1986 wurde er in Mainz zum Bundesvorsitzenden des Kolpingwerkes Deutschland gewählt. Auch in dieser Funktion gelang es ihm entscheidend, mit Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik, Gesellschaft und Kirche ins Gespräch zu kommen – nicht immer im Rampenlicht stehend, dennoch wirkungsvoll. Die Christliche Gesellschaftslehre gab Heinz Schemken Orientierung für seinen unermüdlichen Einsatz für eine gerechtere Welt. Ob als Ehemann und Familienvater, ob als Leiter der Aus- und Weiterbildungseinrichtung in Velbert, ob als Kommunal- oder Bundespolitiker: Tief verankert im christlichen Glauben wirkte er als überzeugter Katholik und Kolpingbruder. Als Ehrenvorsitzender stand er bis 2019 dem Kuratorium der Gemeinschaftsstiftung des Kolpingwerkes Deutschland vor. Das Kolpingwerk ist ihm zu tiefem Dank verpflichtet. Wir werden ihn – der stets auch ein Herzensmensch war – vermissen und seiner am Grabe Adolph Kolpings in der Minoritenkirche zu Köln gedenken. Möge er ruhen in Frieden!