Kolpingsfamilie Friedenfels und die Geschwisterprobleme

6. Juni 2018

Kolpingsfamilie Friedenfels
Ein erholsames, zugleich sehr interessantes Familienwochenende vom 01. bis 03. Juni 2018 im Ferien- und Bildungshaus Lambach begeisterte die Friedenfelser KF. 20 Erwachsene und 17 Kinder beschäftigten sich unter Leitung von Bildungsreferent Sebastian Wurmdobler mit dem Thema „Geschwister – mal Freund, mal Feind“.

Bild:
die Friedenfelser im Bildungsraum von Lambach

 

 

Die Beziehung zwischen Geschwistern ist oft nicht einfach. Sie stimmen zwar genetisch zu 50 Prozent überein,  trotzdem sind sie in ihrer Persönlichkeit oft völlig verschieden, obwohl sie die „gleiche“ Erziehung bekommen. In einem Moment streiten Geschwister, im nächsten spielen sie friedlich miteinander oder hecken etwas aus. Warum das so ist, wollten an diesem Wochenende zur Freude von Organisator Reiner Gärtner 37 Erwachsene und Kinder wissen.

Mit einem Film über Geschwisterprobleme tauchten Eltern und Kinder auf humorvolle Art in das Thema ein. Jede-r fühlte sich angesprochen und konnte Erfahrungen teilen, die im Film angesprochen wurden.

Geschwister zu haben ist für jedes Kind eine Herausforderung. Schließlich muss die Aufmerksamkeit der Eltern geteilt werden. In Kleingruppen beschäftigten sich die Familien mit Geschwistergeschichten, um herauszufinden, mit welchen Herausforderungen die Geschwister zu kämpfen haben.

Mit einem Morgenimpuls starteten die Familien am Samstag in den Tag. Danach wurden vier Gruppen aufgeteilt. Alle Einzelkinder, alle ältesten Geschwister, alle mittleren Geschwister und alle jüngsten Geschwister tauschten sich aus, was denn die Vor- und Nachteile ihrer jeweiligen Geschwisterposition sind. Am spannendsten war die Frage, welches Elternverhalten gewünscht wird. Der Wunsch, dass Mama und Papa mehr Zeit mit dem Kind verbringen, ohne sie mit den anderen Geschwistern teilen zu müssen, war der Größte und Wichtigste. Die Kinder in ihrer jeweiligen Geschwisterposition zu verstehen und ihre Bedürfnisse zu erkennen, war das Ziel der nächsten Einheit. Viele Streitereien zwischen den Geschwistern haben darin ihre Ursache. Die Kinder fühlen sich oft in ihren sozialen Grundbedürfnissen nicht beachtet. Mit vielen neuen Erkenntnissen verabschiedeten sich die Familien in die Mittags- bzw. Nachmittagspause.

Bei einer Abendeinheit stand dann das Thema „Geschwistergerechtigkeit“ auf dem Programm. Eine witzige Karikatur verdeutlichte auf treffende Art, dass die Gleichbehandlung der Geschwister eigentlich ungerecht ist. Auch darin liegt viel Potenzial für Konflikte, denn jedes Kind hat andere Bedürfnisse und Stärken. Das zu erkennen und jedem Kind das zu geben, was es braucht, ist eine Frage der Gerechtigkeit.
Der anschließende „Spiele-Parcours“ mit 11 Stationen forderte die Familien heraus.  Es war spannend zu beobachten, wie die Familien und Geschwister die teils kniffligen Herausforderungen anpackten.
Nach dem Besuch des Gottesdienstes am Sonntag in der Hauskapelle und einer Reflexionsrunde trafen sich alle beim Mittagessen. Entspannt, erholt und mit vielen Impulsen und Anregungen für den Familienalltag machten sich die Familien wieder auf die Heimreise.