Kolping-Gedenktag – 4. Dezember

4. Dezember 2019

Adolph Kolping (1813 – 1865): Schuhmacher, Priester, Schriftsteller und Gesellenpfarrer

Der Gesellenpfarrer Adolph Kolping starb am 4. Dezember. Seit seiner Seligsprechung am 27. Okt. 1991 in Rom ist dies auch der offizielle Gedenktag des seligen Handwerkerpriesters. Kolping wurde durch die Ehre der Altäre nicht zu einem „Säulenheiligen“, er bleibt als Mensch greifbar und ist bis heute Vorbild für viele Menschen auf der ganzen Welt. Sein Werk lebt weiter bis heute in 60 Ländern der Erde. Viele seiner Worte sind bis heute zeitlos gültig:

„Froh und glücklich machen, trösten und erfreuen ist im Grunde doch das Glücklichste und Beste, was der Mensch auf dieser Welt ausrichten kann!“
„Einem Kind erweist man niemals eine Wohltat umsonst, und jede Freude, die man ihm macht, fällt auf e3inen denkbaren Boden!“

„Gott sieht auf die Hand, noch mehr aufs Herz, die Gesinnung aber gibt den Ausschlag!“


Seid wachsam!”
Geistl. Impuls von Bundespräses J. Holtkotte zum Advent

Die Adventszeit beginnt. Advent heißt übersetzt Ankunft. Wir bereiten uns vor, und wir erwarten die Ankunft Jesu Christi zu Weihnachten. Aber unser heutiges Evangelium stimmt uns keineswegs auf Weihnachten ein. Es richtet unseren Blick auf eine andere Ankunft, auf die Ankunft des Herrn am Ende der Zeiten. Darum ist die Adventszeit – sie sollte es sein – auch eine Zeit, in der wir nachsinnen über den Sinn und den Lauf unserer Welt und über das Ende von allem, auch das Ende unseres eigenen Lebens.

Die Fragen nach dem Ende sind keine unwichtigen Fragen. Jeder von uns spürt ihre Berechtigung. Wir brauchen unsere Welt doch nur aufmerksam zu betrachten, wie sie beschaffen ist und was auf ihr geschieht. Jeden Tag wird über Katastrophen, über Krieg, Hunger, Elend, Terror, Gewalt und Mord berichtet. Wir brauchen auch nur an die vielen Menschen zu denken, die krank sind, die unfähig sind, im Leben einen Sinn zu sehen; an die vielen, die ihr Leben wegwerfen, weil es ihnen sinnlos erscheint. Oder denken wir an unsere übertechnisierte, ausgebeutete Welt, die an ihrem Fortschritt zu sterben droht. Denken wir an die zunehmende Unfähigkeit der Menschen, zu sich selbst und zueinander zu finden. Wer die Welt mit wachen Augen beobachtet, der muss sich doch Gedanken machen und sich die Frage nach der Zukunft stellen:

Wie wird das weitergehen? Kann das immer so weitergehen? Der Advent will unseren Blick schärfen. Das Evangelium ist stark und erschütternd. Es will aufrütteln. Es hat also Sinn, sich Gedanken zu machen über das Ende aller Dinge. Woran können wir uns halten? Die Antwort, die Jesus gibt, will im Glauben ergriffen werden: “Seid wachsam! Nehmt Gott und die Menschen ernst!” Es geht darum, die Nähe Gottes zu erfahren und die Zeit Gottes zu erwarten. Das Evangelium legt uns nahe, aufmerksam, wach, authentisch zu sein: “Seid wachsam!” Im Advent haben wir viel Gelegenheit, unseren Glauben (neu) zu buchstabieren. Wir müssen es nur tun.