Kolping-Orientierungstag: mit Schwung in die Zukunft

5. November 2019

Bundesvorstandsmitglied Klaudia Rudersdorf informierte über den Kolping-Zukunftsprozess “upgrade”

Fast 60 Teilnehmer aus den Kolpingsfamilien des Diözesanverbandes trafen sich am 2. Nov. im Kolpinghaus Regensburg, um sich auszutauschen und über die Zukunft des Verbandes zu diskutieren. Hauptreferentin des Tages war Bundesvorstandsmitglied Klaudia Rudersdorf aus Essen. Sie berichtete über den Stand des Kolping Zukunftsprozesses „upgrade“.

Dabei geht es um Zukunftsfragen des Verbandes. Angesichts deutlicher Veränderungen in der Gesellschaft durch den gesellschaftlichen Wandel, durch Migration, durch Digitalisierung oder demografischer Entwicklungen hat der Kolping-Bundesverband bereits 2016 einen Zukunftsprozess eingeleitet. Im nächsten Jahr sollen die Ergebnisse der bisherigen Mitgliederbefragungen bei der Bundesversammlung in Köln diskutiert und bewertet werden. 2021 ist eine Großveranstaltung in Köln geplant und 2022 soll dann das Leitbild fortgeschrieben werden.
Es geht um die Fragen: wie soll der Verband auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren? Muss das Leitbild von 2000 neu ausgerichtet werden, muss der Verband offener werden für eine sich wandelnde, buntere Gesellschaft, soll man weiterhin ein katholischer Sozialverband sein oder wäre die Bezeichnung christlich nicht ein besseres ökumenisches Signal?

Fast 60 Teilnehmer aus den Kolpingsfamilien des Bistums diskutierten beim Orientierungstag im Kolpinghaus Regensburg über die Zukunft des Verbandes

Einig war man sich, dass Kolping für die Mitgliedschaft zwar offener werden soll, jedoch seine Wurzeln nicht vergessen darf. Katholisch bei Kolping steht nicht für eine Verengung, sondern für ein Profil und für die Geschichte des ehemaligen Gesellenvereins. Grundlage des Verbandes bleibt in jedem Fall die Frohe Botschaft Jesu Christi, Kolpings Leben und seine Ideen sowie die Katholische Soziallehre mit seinen Grundprinzipien.

Heute beschreibt das Kolping-Leitbild aus dem Jahr 2000 vier Schwerpunkte des Verbandes: die Arbeit mit jungen Menschen, Familie, Gesellschaft und Arbeitswelt sowie das Engagement für die Eine Welt. Kolpings Ideen leben bis heute weiter. Das besagt z.B. die Verbreitung des Verbandes in heute 60 Ländern der Erde. Das Kolpingwerk ist derzeit der größte Träger von Jugendwohnheimen in Deutschland und der bundesweit 4.größte Träger im Bereich der beruflichen Bildung. Erst vor kurzem wurde in Berlin ein Kolping-Jugendwohnheim neu eröffnet. Auch vor Ort sind viele Kolping-Mitglieder engagiert in Kirche und Gesellschaft und tragen das öffentliche Leben mit. Die neue Bundesvorsitzende Ursula Groden-Kranich MdB lädt regelmäßig zu einem Frühstück ein in Berlin für Bundestagsabgeordnete und unterhält ein Netzwerk für die Kolpingmitglieder im Deutschen Bundestag.
Die rege Teilnahme an der Veranstaltung, bei der auch einige Präsides anwesend waren, zeigte, dass Kolping auch im Bistum Regensburg lebendig ist und nach wie vor ein wichtiger kirchlicher und gesellschaftlicher Akteur ist. Dies zeigt auch ein vollbesetzter Jugendvorstand mit engagierten jungen Erwachsenen. Im nächsten Jahr ist u.a. wieder ein Brasilien-Workcamp geplant, das aber bereits ausgebucht ist. “Regensburg ist zusammen mit Passau der jüngste Kolping-Diözesanverband bundesweit” wie Diözesanvorsitzender Sepp Sander nicht ohne Stolz am Ende bemerkte.