“Sophie Scholl war die Mutigste !”

22. Februar 2018

Geschwister Scholl vor 75 Jahren hingerichtet

1942 wurde die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ von Münchner Studenten gegründet. Vor 75 Jahren wurden ihre Mitglieder hingerichtet. Zum engsten Kreis zählten Willi Graf, Alexander Schmorell, Christoph Probst und Professor Kurt Huber. Sie wurden kurz nach den Geschwistern Scholl ebenso umgebracht. Die Mitglieder der “Weißen Rose” folgten ihrem Gewissen. Sie riefen zum Widerstand auf und verteilten tausende Flugblätter im ganzen Land gegen Krieg, Nationalsozialismus, Diktatur und Unrecht. Die Gestapo war ihnen schon lange auf der Spur. Beim Auslegen der Flugblätter an der Münchner Uni am 18. Februar 1943 wurden sie dann von einem Hausmeister angezeigt,  bereits 4 Tage später vom sog. Volksgerichtshof verurteilt und noch am gleichen Tage mit dem Fallbeil hingerichtet.

 

Bild: 2003 wurde Sophie Scholl stellvertretend für viele andere Widerstandskämpfer mit einer Büste in der Walhalla gewürdigt.

 

 

 

 

“Ich habe damit gerechnet, mein Leben zu verlieren”
Nach ihrer Gefangennahme legen der 24-jährige Hans und die 21-jährige Sophie Scholl, bei der Gestapo ein umfassendes Geständnis ab. Sie gaben zu, Flugblätter zum Widerstand gegen Hitler verfasst, vervielfältigt und verschickt zu haben. Auch für die Verteilung des Flugblatts “Kommilitonen! Kommilitoninnen!” am 18. Februar in der Münchner Universität, übernehmen sie die Verantwortung. Hans räumt ein, Urheber der Aufrufe “Nieder mit Hitler!” an Fassaden nahe der Universität zu sein.

Ohne Rücksicht auf drohende Strafen versuchten sie alle Schuld auf sich zu nehmen. Die Geschwister erklären, dass sie alles alleine organisiert hätten. Dennoch wird Christoph Probst, ein weiteres Mitglied der Weißen Rose, einen Tag später ebenso verhaftet. Sophie Scholl bittet, keine geringere Strafe als ihr Bruder zu bekommen. Und Hans sagt: “Was ich damit auf mich nahm, wusste ich und habe damit gerechnet,  mein Leben zu verlieren.” Am 22. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl zusammen mit Christoph Probst hingerichtet. Selbst die Gefängniswärter waren beeindruckt von der Tapferkeit der jungen Studenten. Um 17 Uhr wird das Todesurteil vollzogen. “In wenigen Minuten sehen wir uns in der Ewigkeit wieder”, sagt Christoph Probst.

 

Sophie Scholl bleibt besonders in Erinnerung, weil sie den Tod bewusst wählte. Ein Gestapo-Beamter bot ihr nach dem Verhör an, sie zu schonen, wenn sie sich nur als Mitläuferin der “Weißen Rose” ausgeben würde. Sie lehnte ab. Sie entschied sich damit für ihre Hinrichtung.