Treffen der Kolping-Bezirksleitungen: Spannende Diskussionen in Lambach

28. November 2019

Verantwortliche der Kolping-Bezirksleitungen trafen sich in Lambach
Referent und Buchautor Heinrich Wullhorst provozierte in Lambach mit seinem Buch: “Kath. Verbände – Leuchtturm oder Kerzenstummel?”

Beim Treffen der Bezirksvorstände in Lambach wurde intensiv über die Aufgaben der Bezirke und die Zukunft des Kolpingwerkes diskutiert. Auch die Kolpingjugend diskutierte engagiert mit.
Spannend wurde es v. a. am Samstag, als Referent Heinrich Wullhorst, Buchautor und Kommunikationsberater, über die Geschichte der katholischen Verbände und deren Zukunft referierte. Auslöser für sein Buch mit dem provokanten Titel: „Katholische Verbände – Leuchtturm oder Kerzenstummel?“ war die Aussage des Essener Bischofs, der wenig Zukunft für das Kath. Verbandswesen prognostizierte. Aber trotz schwierigen Umfelds – Stichwort demographische Entwicklung, Individualisierung der Gesellschaft und kleiner werdendes kirchliches Milieu, haben die Kath. Verbände immer noch etwa 1 Mio Mitglieder in Deutschland. Kolping in Regensburg hat mit 19.000 Mitgliedern eine relativ stabile Basis und ist bundesweit der jüngste Diözesanverband. Entscheidend wird sein, ob es gelingt die Tradition zu erneuern und Aufbrüche zu wagen nach dem Motto: „Nicht die Asche weitergeben, sondern die Glut!“ und nicht nur die Tradition zu verwalten, so Wullhorst. Es gilt auch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit anzupassen und die eigene Arbeit gut darzustellen. Man sollte nicht nur Vereinsregularien schildern mit den üblichen Fotos, sondern der Presse gute, spannende Geschichten anbieten. Wullhorst: „Kolping würde heute sicher auch die Social-Media-Kanäle nutzen!“

In Gruppenarbeit wurde dann auch zu verschiedenen Fragestellungen diskutiert. Erstaunlich gut brachte sich dabei auch die Kolpingjugend ein. Derzeit läuft im ganzen Bundesverband ein sog. „Upgrade-Prozess“, wo man sich bundesweit mit Zukunftsfragen des Verbandes beschäftigt. Bis nächstes Jahr sollen dann die Ergebnisse analysiert und bei der Bundesversammlung in Köln entsprechende Beschlüsse gefasst werden als Weichenstellung für die Zukunft. Es geht dabei um Fragen wie: „Wer kann in Zukunft bei Kolping Mitglied werden?“ oder „Ist man weiterhin ein katholischer oder sollte man umfirmieren als christlicher Sozialverband?“ Anschließend soll dann auch das bisher geltende Leitbild aus dem Jahr 2000 weiterentwickelt werden. Auch das bisherige Rentenmodell der kath. Verbände soll ebenfalls überarbeitet werden, denn die Rahmenbedingungen haben sich mittlerweile dafür verändert.
Im nächsten Jahr plant der Kolping-Landesverband am 3. Okt. 2020 eine Wallfahrt nach Bamberg. Zur Anreise sollten sich Kolpingsfamilien zusammentun oder auf Bezirksebene einen Bus nutzen. Bei der Diözesanversammlung am 21. März 2020 stehen Neuwahlen zum Diözesanvorstand an, Sepp Sander wird nicht mehr antreten als Diözesanvorsitzender.
Die Tagung der Bezirksleitungen soll es weiter in gewohnter Form geben, sie findet nächstes Jahr vom 20. – 22. November wieder in Lambach statt. Mit vielen Anregungen und neuen Ideen im Gepäck verabschiedete man sich am Sonntag nach dem Gottesdienst: Bis nächstes Jahr in Lambach und Treu Kolping!